Massiver Eingriff in geschützten Bach wird als ökologisch unbedenklich dargestellt – WWF kritisiert Schönfärberei und fordert Projektstopp
Tiroler Lech ist Fluss des Jahres!
Das große WWF-Online-Voting ist entschieden: Der Tiroler Lech erhielt die meisten Stimmen und ist somit 2026 Österreichs Fluss des Jahres! Der Lech zählt zu den letzten großen Wildflüssen des Landes. Seine Seitenarme, wilden Ufer und Kies- und Schotterflächen bieten seltenen Arten wie dem Flussuferläufer und der streng geschützten Deutschen Tamariske wertvolle Lebensräume.
Platz 2: Schwarze Sulm
Auf Platz zwei folgt die Schwarze Sulm in der Steiermark. Der rund 17 Kilometer lange Oberlauf des Flusses zählt zu den längsten unberührten Fließstrecken Österreichs. Sauberes Wasser, natürliche Schluchten und vielfältige Gewässerstrukturen sorgen dafür, dass sich hier Arten wie Steinkrebs und Feuersalamander wohl fühlen.
Platz 3: Kamp
Den dritten Platz im WWF-Voting erreicht der Kamp. Wilde Felsformationen, Auen und urwaldähnlich bewachsene Hänge machen das Kamptal zu einer der eindrucksvollsten Flusslandschaften Österreichs. Eisvogel, Würfelnatter, Scharlachkäfer und Fischotter finden hier wichtige Lebensräume.
Mehr Schutz für unsere Flüsse!
Doch leider sind all diese Flussjuwele bedroht. Das Lech-System mit seinen Zuflüssen steht unter Druck: Am weitgehend naturnahen Namlosbach planen die Elektrizitätswerke Reutte derzeit etwa die Ableitung eines Großteils des Wassers in Richtung Rotlechspeicher. Die Schwarze Sulm ist Teil eines Natura-2000-Gebiets und dennoch bedroht ein geplantes Wasserkraftwerk weiterhin die frei fließende Flussstrecke. Und die extreme Trockenheit hat den Handlungsbedarf am Kamp zuletzt besonders deutlich gemacht: Im Juli lag der mittlere Abfluss an der Messstelle Zwettl um 89% unter dem langjährigen Monatsmittel.
Der WWF fordert deshalb dauerhaften Schutz und mehr Renaturierungen an unseren Flüssen. Helfen auch Sie dabei, die heimischen Flüsse und die Natur zu schützen und schließen Sie eine Österreich-Patenschaft ab!
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