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WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Im derzeit vorliegenden Renaturierungsatlas für Gewässer fehlt laut WWF-Analyse ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen: die stark geschädigte Untere Lobau. Aus Sicht des WWF ist diese Lücke „fachlich nicht nachvollziehbar“, weil das Gebiet seit Jahrzehnten Wasserflächen verliert, aber weiterhin ökologisch besonders wertvoll ist und eine wichtige Rolle für die Wasservorsorge Wiens spielt. Der WWF fordert daher eine Nachmeldung durch Stadträtin Ulli Sima in Abstimmung mit dem Land Niederösterreich. „Die Untere Lobau ist eines der sichtbarsten Sanierungsgebiete an der Donau und zugleich einer der wertvollsten Naturräume der Stadtregion. Genau deshalb gehört sie in den Renaturierungsatlas“, sagt WWF-Experte Michael Stelzhammer. „Gerade Wien sollte diese Chance nutzen. Eine wiederbelebte Untere Lobau wäre ein starkes Signal für die Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes mitten im Nationalpark Donau-Auen.“
Die WWF-Analyse zeigt den massiven Sanierungsbedarf: Seit den 1940er-Jahren ist die Fläche der Hauptgewässer in der Unteren Lobau um rund 30 Prozent zurückgegangen, jene der Nebengewässer sogar um rund 70 Prozent. Viele Altarme sind abgetrennt, ehemals dynamische Nebengerinne weitgehend verschwunden. Dazu kommen die negativen Folgen der Donauregulierung und der Eintiefung des Flussbetts. Trotz dieser seit Jahrzehnten bekannten Wasserkrise wartet das Augebiet weiter auf eine ausreichende Wasserversorgung durch die Stadt Wien. „Die Untere Lobau trocknet seit Jahrzehnten aus. Daher muss die Stadtregierung rasch vom Prüfen ins Handeln kommen“, fordert Stelzhammer.
Für die Nachmeldung in den Wiederherstellungsplan des Bundes sprechen aus Sicht des WWF der akute Sanierungsbedarf, bereits laufende Vorarbeiten und der hohe ökologische Wert des Gebiets. Allein im Wiener Teil kommen laut Natura-2000-Datenbank 49 Tier- und Pflanzenarten sowie acht Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung vor. Zugleich ist die Untere Lobau eine wichtige Grundwasserreserve für die Region Wien. „Eine Wiederherstellung würde Natur, Artenvielfalt und Wasservorsorge in der Stadtregion gemeinsam stärken“, sagt Michael Stelzhammer.
Für eine dauerhafte Erholung braucht die Untere Lobau mehr als eine bessere Dotierung. Langfristig muss das Gebiet wieder dynamischer mit der Donau verbunden werden, damit bei höheren Wasserständen mehr Wasser durch die Au-Gewässer fließen kann. Das würde verlandete Bereiche beleben, Gewässerstrukturen erneuern und au-typische Lebensräume für geschützte Arten schaffen. Auch im Hauptstrom braucht es Verbesserungen: Unterhalb des Kraftwerks Freudenau muss die Eintiefung der Donau gestoppt und der Wasserspiegel wieder angehoben werden. „Eine Au braucht Wasser und Bewegung. Genau das fehlt der Unteren Lobau seit Jahrzehnten. Daher gehört dieses zentrale Sanierungsgebiet in den Renaturierungsatlas“, sagt WWF-Experte Michael Stelzhammer.
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