Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
WWF: Augen auf beim Weihnachtsschmaus
Wien, 19. Dezember 2019. In einer Woche beginnen die Weihnachtsfeiertage und in Österreich wird zu diesem Anlass traditionell besonders viel Fleisch serviert. Insgesamt essen wir aber deutlich zu viel davon. Mit jährlich durchschnittlich über 64 Kilogramm Fleisch pro Person sogar drei Mal mehr, als vom Gesundheitsministerium empfohlen wird. Hinzu kommt der beträchtliche Beitrag von tierischen Produkten zum Klimawandel. Denn Fleisch macht zwar nur neun Prozent der Menge der in Österreich konsumierten Nahrungsmittel aus, ist aber für fast 50 Prozent der ernährungsbezogenen Treibhausgasemissionen verantwortlich. „Wem Nachhaltigkeit ein Anliegen ist, sollte auch zu Weihnachten vermehrt auf bunte Teller mit viel Obst und Gemüse sowie pflanzlichen Eiweißträgern, zum Beispiel Hülsenfrüchte, setzen. Das ist gut für die Gesundheit und für die Natur,“ empfiehlt WWF-Ernährungsexpertin Olivia Herzog. „Pflanzliche Speisen liegen außerdem voll im Trend – wir beobachten, dass immer mehr Menschen auf den Geschmack kommen und auch gerne und gut ohne Fleisch kochen.“
Weniger, dafür besseres Fleisch
Falls zu Weihnachten trotzdem Fleisch am Teller landen soll, empfiehlt der WWF Österreich eine Auswahl nach dem Motto „Weniger und dafür besseres Fleisch“. Einerseits kann allein schon durch die Reduktion der Portionsgröße ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden, andererseits kommt es auf die Qualität an. „Auch zu den Festtagen ist es wichtig, dass Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf genau hinschauen“, erklärt Herzog. „Denn Weihnachtsbraten ist nicht gleich Weihnachtsbraten. Je nachdem, woher ein Stück Fleisch kommt oder wie es produziert wurde, verursacht es einen unterschiedlich großen ökologischen Fußabdruck. Man kann der Umwelt zu Weihnachten also auch ein Geschenk machen, indem man im Supermarkt oder beim Fleischer ganz genau hinschaut, was man kauft.“
Damit die KonsumentInnen bessere Entscheidungen treffen können, braucht es auch mehr Transparenz: Daher fordert der WWF von der künftigen Bundesregierung eine Kennzeichnungspflicht nach Herkunft und Tierwohl bei allen Fleischprodukten im Handel, in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie. Denn derzeit muss lediglich bei Frischfleisch im Supermarkt angegeben werden, woher das Fleisch stammt.
Dazu kommt, dass ein Großteil des Sojaschrots, das als Tierfutter importiert wird, in Anbauländern wie Brasilien, Argentinien und Paraguay die Zerstörung riesiger Gebiete an Regenwäldern oder Savannen befeuert. „Brandrodungen für Billigfleisch müssen endlich der Vergangenheit angehören. Ein Schritt dagegen wäre, dass zumindest das mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnete Fleisch frei von Regenwald-Soja sein muss“, sagt WWF-Vertreterin Olivia Herzog.
WWF Fleischratgeber gibt Orientierung
Der 2019 veröffentlichte Fleischratgeber des WWF Österreich bietet auch für den Weihnachtseinkauf eine wichtige Orientierungshilfe in Sachen Fleisch. Nach einem Ampelsystem werden Fleischsorten nach ihrer Herkunft (Region) und den dort üblichen Produktionsbedingungen nach den Kategorien Klima, Artenvielfalt, Überdüngung, Pestizide, Antibiotika und Tierwohl bewertet. „Grünes Licht können wir nur für einen Bruchteil des Fleisches in heimischen Supermärkten geben. Es gilt die einfache Faustregel: Bio-Fleisch ist besser für Umwelt und Klima, am besten aus der Region,“ fasst Herzog zusammen. Auch diverse pflanzliche Produkte, wie Linsen, Bohnen, Erbsen, aber auch Tofu, Sojaschnetzel, Tempeh und Seitan sind in dem Ratgeber inkludiert. Sie schneiden insgesamt deutlich besser ab als Fleisch. Doch auch bei diesen muss auf die Produktionsdetails geachtet werden. Bio-Produkte sind auch hier zu bevorzugen.
Der WWF Fleischratgeber ist hier abrufbar: https://fleisch-ist-uns-nicht-wurscht.at/der-fleischratgeber/
Mehr Ernährungstipps und leckere Rezepte finden Sie hier: https://fleisch-ist-uns-nicht-wurscht.at/ernaehrungstipps/
Und weitere Tipps zum nachhaltigen Weihnachtsschmaus hier: https://www.wwf.at/nachhaltiger-weihnachtsschmaus
Rückfragehinweis
Mag. (FH) Julia Preinerstorfer MA, Pressesprecherin WWF Österreich, Mobil: +43 676 834 88 240, E-Mail: julia.preinerstorfer@wwf.at
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