Naturschutzorganisation: Blockade-Drohung ist fahrlässig und verantwortungslos – Wiederherstellung der Natur schützt Gemeinden vor Hitze, Hochwasser und Folgekosten
WWF: Bundesregierung muss sich für höhere EU-Klimaziele einsetzen
Rede zur Lage der Union: EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen spricht sich für höhere Klimaziele aus, verpasst aber Chance auf großen Wurf – WWF fordert Reduktion klimaschädlicher Emissionen um zumindest 65 Prozent
Brüssel, Wien, am 16. September 2020. In ihrer Rede zur Lage der Union hat Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen eine grundsätzlich positive Erhöhung der EU-Klimaziele angekündigt, verpasst damit allerdings die Chance auf einen großen Wurf. „Um dem Pariser Klimavertrag gerecht zu werden, müssen die CO2-Emissionen der Europäischen Union bis 2030 um zumindest 65 Prozent sinken. Darüber ist sich die Wissenschaft einig und dafür müssen auch der österreichische Bundeskanzler und alle anderen Regierungsmitglieder eintreten, um glaubwürdig zu bleiben und die Verfassung zu achten“, fordert WWF-Klimasprecherin Lisa Plattner und verweist dazu auch auf einen Beschluss der Koalitionsparteien im EU-Unterausschuss des Nationalrats. Dieser „Antrag auf Stellungnahme“ sieht „ein dem Pariser Übereinkommen entsprechendes Ambitionsniveau“ vor und legt fest, dass sich Österreich „konsequent in der Gruppe der Klimaschutz-Vorreiter positionieren“ muss. „Wenn also andere Länder höhere Ziele fordern, muss die Bundesregierung mitziehen“, sagt Plattner mit Blick auf die Verhandlungen zum EU-Klimaschutzgesetz.
Derzeit liegt das EU-Reduktionsziel für das Jahr 2030 bei nur 40 Prozent, was aus klimawissenschaftlicher Sicht definitiv viel zu schwach ist. „Sterbende Wälder, Gletscher und Tierarten zeigen, wie ernst die Lage schon jetzt ist. Unser Klima kann nur dann stabilisiert werden, wenn der C02-Ausstoß massiv und rasch reduziert wird. Deshalb muss die Klimakrise von der Politik endlich auch als solche behandelt werden“, sagt Lisa Plattner und plädiert für einen klima- und naturverträglichen Neustart: „Wir müssen uns langfristig krisensicher aufstellen. Daher braucht es Reformen, die an den Wurzeln der Probleme ansetzen.“
Österreich muss sich nicht nur für höhere EU-Ziele einsetzen, sondern auch seine eigenen Hausaufgaben machen, fordert der WWF. „Die nationale CO2-Bilanz ist immer noch ein Desaster und muss grundlegend saniert werden. Das erfordert eine Bundesregierung, die das Steuersystem komplett ökologisiert, umweltschädliche Subventionen abbaut und überall auf klimafreundliche Mobilität setzt. Parallel dazu braucht es eine gewaltige Energiespar-Offensive und einen besseren Schutz aller Ökosysteme. Erneuerbare Energien müssen naturverträglich ausgebaut werden – mit einem klaren Fokus auf die Photovoltaik als Technologie mit dem größten Wachstumspotenzial“, sagt WWF-Klimasprecherin Lisa Plattner.
Rückfragehinweis:
Alexa Lutteri
Pressesprecherin
Mobil: +43 676 834 88 240
E-Mail: alexa.lutteri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Wolfsabschüsse erreichen bereits zur Jahresmitte neuen Höchststand
Mindestens 23 Abschüsse allein im ersten Halbjahr 2026 – Von Jänner bis Juni schon mehr behördliche Tötungen als im gesamten Vorjahr – WWF kritisiert aggressives Vorgehen gegen geschützte Art
March erstmals über 30 Grad: WWF warnt vor Hitzestress für Fische
Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.










