Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
WWF: Geplantes Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Flächenfraß
Anlässlich der heute Mittwoch endenden Begutachtungsfrist kritisiert der WWF die geplanten Änderungen im Salzburger Landesentwicklungsprogramm, die eine deutliche Erweiterung der Gewerbeflächen im Bundesland vorsehen. „Anstatt den Fokus auf die Entwicklung bereits verbauter Flächen und bestehende Betriebsgebiete zu richten, strebt das Land Salzburg die Versiegelung weiterer wertvoller Böden an“, kritisiert WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. „Das ist ein fahrlässiger Rückschritt auf Kosten von Landwirtschaft, natürlichen Lebensräumen und der Sicherheit vor Naturgefahren.“
Konkret sieht das geänderte Entwicklungsprogramm zwei neue Betriebsgebiete auf der grünen Wiese in den Gemeinden Werfen und Hof bei Salzburg vor – jeweils ohne Bahnanschluss und auf Kosten wertvoller landwirtschaftlicher Böden.
Darüber hinaus will die Landesregierung bei den Regelungen für Betriebsgebiete die Lücken und Ausnahmen ausweiten, wodurch eine Schaffung von noch mehr Gewerbeflächen auch an neuen Standorten erleichtert wird. Auch neue Einkaufszentren sollen in zusätzlichen Gemeinden ermöglicht werden. „Das Wandern der Handelsbetriebe in Einkaufs- und Fachmarktzentren hat zum Aussterben vieler Orts- und Stadtzentren geführt. Daher bräuchte es strengere Regelungen, um den Negativtrend zu stoppen,“ sagt Pories.
Umweltbericht des Landes zeigt negative Folgen
In Bezug auf die zusätzlich geplanten Betriebsgebiete zeigt der vom Land Salzburg in Auftrag gegebene Umweltbericht zahlreiche negative Auswirkungen. Demnach drohe bei den Flächen, die beide ohne Bahnanschluss auskommen müssen, ein erhöhtes Straßenverkehrsaufkommen, ein erhöhtes Risiko bei Starkregenereignissen und die Versiegelung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, die von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) als wesentlich für die Ernährungssicherheit in Österreich klassifiziert sind.
Beim geplanten Betriebsgebiet in Hof bei Salzburg ist laut Umweltbericht sogar mit negativen Auswirkungen für acht von zwölf Umweltindikatoren zu rechnen, da die derzeit unbebauten Böden eine besonders hohe Lebensraum-, Puffer- und Wasserspeicherfunktion hätten. „Dass diese Flächen nun für die Verbauung infragekommen, widerspricht der nachhaltigen Flächennutzung und damit auch den Zielen des Landes Salzburg selbst,“ kritisiert Simon Pories vom WWF. „Dass hier trotzdem grünes Licht gegeben werden kann, lässt sich nur durch eine fehlende Prüfung der besseren Nutzung bestehender Betriebsflächen erklären.“
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich










