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WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000: Ein Jahr Spendenabsetzbarkeit ohne Umwelt, Natur und Tiere
Wien, Mittwoch, 10. März 2010 – Morgen jährt sich zum ersten Mal der Parlamentsbeschluss zur Einführung der Spendenabsetzbarkeit für mildtätige Organisationen und Vereine in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe. Umwelt-, Natur- und Tierschutzorganisationen sind nach einem Jahr noch immer von der Regelung ausgeschlossen. Vizekanzler Josef Pröll und Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka haben nach zwei Jahren Laufzeit das Ergebnis der Evaluierung der Spendenabsetzbarkeit angekündigt. Die Natur- und Umweltschutzorganisationen WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern die Einhaltung dieser Frist, da die Spendeneinbrüche durch die schwierige Wirtschaftslage deutlich spürbar sind. „Wir fordern, dass die Bundesregierung Wort hält und dass bei positivem Evaluationsergebnis nach Ablauf der Zweijahresfrist ab 1. Jänner 2011 auch Spenden an Umwelt- und Naturschutzorganisationen absetzbar sein werden. Die aktuellen Sparvorhaben der Bundesregierung sind kein Grund für eine weitere Ausgrenzung“, so die Geschäftsführer der drei Organisationen.
Die Absetzbarkeit von Spenden an mildtätige Organisationen und Einrichtungen der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe wurde letztes Jahr von der Bundesregierung rückwirkend zum 1. Jänner 2009 eingeführt. Bis zu zehn Prozent der Einkünfte von Privatpersonen oder des Gewinns einer Firma können seit 2009 jährlich von der Steuer abgesetzt werden. Bisher wurden vom Finanzministerium 403 Organisationen als absetzungswürdig eingestuft. Umwelt-, Naturschutz- und Tierschutzorganisationen sind bis heute von der Begünstigung ausgenommen. „Der aktuelle Sparkurs der Bundesregierung kann kein Grund sein, die Spendenabsetzbarkeit nicht auszudehnen, denn die Kosten fallen für das Budget kaum ins Gewicht“, zitiert Aichberger das Institut für Höhere Studien. Nach dessen Berechnungen gehen nur knapp fünf Prozent an Tier- und Umweltschutzorganisationen. Der Staat erspart sich derzeit durch die Ausgrenzung von WWF und Co. nur etwa 1,6 Millionen Euro.
Am 31. Dezember 2010 werden zwei Jahre vergangen sein und Finanzminister Pröll sowie Finanzstaatssekretär Lopatka wollten bis zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis der Evaluierungskommission vorlegen. Die Evaluierungskommission hatte ihre Tätigkeit bereits am 11. Feber 2010 aufgenommen.
Die Public-Opinion-Studie für das Jahr 2009 hatte einen alarmierenden Rückgang der Spender im letzten Jahr um neun Prozent erhoben. Danach ging die Anzahl der Spender in Österreich von 64 auf 55 Prozent zurück. Auch die durchschnittliche jährliche Spendenhöhe verringerte sich von 82 auf 78 Euro. „Wir spüren den Rückgang der Spenden in Zeiten der Wirtschaftskrise vor allem bei den Firmenspenden massiv“, bedauert die WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.
„Der gescheiterte Klimagipfel von Kopenhagen, die geplante AKW-Renaissance und die Gentechnikpläne der EU zeigen, dass es wichtiger denn je ist Umweltschutzarbeit zu stärken“, betont Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit die Dringlichkeit die Diskriminierung der Spender für den Umweltschutz aufzuheben.
„Erfreulicherweise bleiben uns die meisten Spenderinnen und Spender, die uns schon lange unterstützen, treu. Jedoch wird es zunehmend schwieriger NeuspenderInnen zu gewinnen. Die Privatspende für den so dringend notwendigen Umweltschutz darf nicht durch den Finanzminister benachteiligt werden“, stellt GLOBAL 2000-Geschäftsführer Klaus Kastenhofer klar.
Weitere Informationen:
WWF Presse: Franko Petri, Tel.: 488 17 231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Greenpeace Presse: Melanie Beran , Tel.: 0664-3435354, E-Mail: melanie.beran@greenpeace.at.
GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699-14200019, E-Mail: presse@global2000.at.
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