Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF: Mehr als eine Million Menschen fordern grünen Neustart von der EU
Wien, Brüssel, am 14. Mai 2020. Mehr als eine Million Menschen und über 100 Umweltorganisationen fordern die Europäische Union dazu auf, ihre Wirtschaft mit einem groß angelegten grünen Investitionsprogramm wieder anzukurbeln. Anlässlich der morgigen Abstimmung über eine Resolution zum geplanten Wiederaufbaufonds fordert die Umweltschutzorganisation WWF deshalb ein klares Signal des Europäischen Parlaments: „Mehr Resilienz ist das Gebot der Stunde. Daher müssen die Abgeordneten am Freitag die Weichen für einen klimafitten und naturverträglichen Neustart stellen, damit Europa langfristig krisensicher ist“, sagt Hanna Simons, Programmleiterin des WWF Österreich. „Mit den alten Rezepten stolpert Europa direkt in die nächste Krise. Wer aber jetzt umfassend in den Schutz der Lebensgrundlagen investiert, schafft sichere Arbeitsplätze und erhöht die Lebensqualität“, bekräftigt Simons. Zentrale Messlatten für alle Konjunkturprogramme müssten der Pariser Klimavertrag und die EU-Biodiversitätsziele sein.
Auf Initiative mehrerer Umweltschutzorganisationen, darunter der WWF, haben sich bisher mehr als 1,2 Millionen Menschen in Petitionen von WeMove Europe, avaaz und SumOfUs für einen mutigen grünen Aufschwung in Europa ausgesprochen. Laut WWF müssen die geplanten Konjunkturhilfen das Wohlergehen von Mensch, Natur und Klima in den Mittelpunkt stellen. Alle Investitionen müssten von sozialen, ökologischen und klimapolitischen Kriterien abhängig gemacht werden. In einem ersten Schritt sollte zumindest die Hälfte des künftigen Budgets in ökologisch nachhaltige Aktivitäten fließen, während umweltschädliche Subventionen ausgeschlossen werden. In diesem Sinne gehören auch Umweltstandards flächendeckend gestärkt. "Damit könnte Europa künftige Bedrohungen für unsere Lebensgrundlagen deutlich besser bewältigen", sagt Hanna Simons unter Verweis auf die akute Klimakrise und ihre Folgen.
Hintergrund zum Thema "Green Recovery"
In einem Grundsatzpapier hat das europäische Netzwerk des WWF im April 2020 seine Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie vorgelegt. Die Umweltschutzorganisation appelliert darin an die Europäische Union, ihre Mitgliedstaaten und die EU-Kommission, alles dafür zu tun, dass künftige Konjunkturprogramme nach der Coronakrise den Übergang zu einer fairen und nachhaltigen Wirtschaft sicherstellen. Der WWF fordert, unvermindert am European Green Deal festzuhalten und alle Konjunkturprogramme an dessen Zielen auszurichten.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich, Mag. Volker Hollenstein, Leiter Politik & Kommunikation
Mobil: +43664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
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