Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
Graz/Wien, 25. September 2026 – Fünf Jahre nach der UNESCO-Anerkennung des Biosphärenparks Mur-Drau-Donau sind Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen abgeschlossen oder in Umsetzung. Für weitere rund 270 Flusskilometer liegen bereits entsprechende Renaturierungspläne vor. Diese Zwischenbilanz zieht die Naturschutzorganisation WWF anlässlich des Jubiläums. Erste Erfolge zeigen sich bei seltenen Arten wie der Uferschwalbe, die einen wiedergewonnenen Uferabschnitt als Brutplatz nutzt. „Wir gewinnen wertvolle Lebensräume zurück und stärken die natürlichen Wasserspeicher der Region. Jetzt gilt es, die nächsten Renaturierungen voranzubringen“, sagt WWF-Projektleiter Arno Mohl.
Die über 67 Flusskilometer entfallen auf die beiden größten Renaturierungsprojekte im Gebiet. Eines davon ist das vom WWF Österreich geleitete Projekt „LIFE RESTORE for MDD“: Insgesamt 17 Partnerorganisationen aus Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien setzen dabei Maßnahmen an 29 Standorten um. Sie binden abgetrennte Seitenarme wieder an die Flüsse an, entfernen Uferverbauungen und stellen Auwälder und Wiesen wieder her. Dadurch können neue Kies- und Sandbänke entstehen und Auen wieder besser mit Wasser versorgt werden. Die Maßnahmen schaffen Lebensräume, die durch Flussverbauungen und eine intensive Landnutzung verloren gegangen sind.
Neue Brutplätze und Lebensräume für Uferschwalben und Eisvogel
Bei D̵elekovec in Kroatien nutzen Uferschwalben ein Steilufer wieder als Brutplatz, wie ein WWF-Lokalaugenschein zeigt. Die Vögel graben ihre Brutröhren in offene, steile Ufer, wie sie durch die natürliche Dynamik der Flüsse entstehen. Auch Flussregenpfeifer, Eisvogel und Bienenfresser finden im Biosphärenpark eine Heimat. „Wo Flüsse ihre Ufer selbst formen dürfen, entstehen neue Brutplätze und Rückzugsräume. Genau diese Dynamik wollen wir an Mur, Drau und Donau wieder ermöglichen“, sagt Lisa Wolf, Projektleiterin von LIFE RESTORE for MDD beim WWF Österreich.
Intakte Auen halten Wasser in der Landschaft
Die Renaturierung hilft zugleich, die Folgen von Hitze und Trockenheit abzufedern. Wieder angebundene Seitenarme bringen Wasser in die Auen. Auwälder und Feuchtwiesen können es länger in der Landschaft halten und so die Widerstandsfähigkeit der Region gegen Dürre stärken. „Aufgrund der Folgen der Klimakrise wird die Wiederherstellung unserer Flüsse immer dringlicher. Dafür braucht es die Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg“, sagt Arno Mohl.
Die im Projekt erarbeiteten Pläne für weitere rund 270 Flusskilometer bilden eine Grundlage für die nächsten Renaturierungsschritte. Damit kann die Region auch zur Umsetzung der europäischen Renaturierungsziele beitragen: Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur sieht unter anderem vor, bis 2030 EU-weit mindestens 25.000 Kilometer Flüsse wieder in einen frei fließenden Zustand zu versetzen.
Über den UNESCO Fünf-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau
Der Biosphärenpark wurde im September 2021 von der UNESCO anerkannt und erstreckt sich über rund 700 Flusskilometer in Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien. Als weltweit erster Biosphärenpark, der fünf Länder verbindet, bildet er einen grenzüberschreitenden Verbund wertvoller Fluss- und Auenlandschaften – von der österreichischen Mur über die Drau bis zur Donau.
Bilder zum Download hier.
Links zu weiteren Informationen:
Biosphärenpark Mur-Drau-Donau
Renaturierungsprojekt LIFE RESTORE for MDD
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