• Inn im Oberland, © by WWF/A.Vorauer
    Inn im Oberland
  • Inn, © by Anton Vorauer_WWF
    Inn
  • Fiscbesatz am Inn, © by A. Vorauer/WWF
    Fiscbesatz am Inn
  • Inn und Sill, © by WWF/A.Vorauer
    Inn und Sill

Der Inn - lebendig und sicher

Tirols Hauptfluss durch Kraftwerkspläne bedroht
Jänner, 2013
Der Inn ist der Hauptfluss Tirols und der wichtigste Zubringer der Donau in ganz Mitteleuropa. Dennoch steht der Inn als die längste freifließende Flussstrecke Österreichs stark unter Druck - er ist über weite Strecken kanalisiert und verbaut, unzählige Kraftwerke und Hochwasserschutz-Maßnahmen sind in Planung. Auen gibt es nur noch wenige – das soll sich ändern.
Der WWF hat deswegen im Jahr 2008 das Projekt „der.inn - lebendig und sicher“ gemeinsam mit dem Land Tirol und dem Lebensministerium gestartet.

Erfolgreiche erste Projektphase



Die erste Projektphase ist 2012 mit guten Ergebnissen im Bereich von gezielten Renaturierungs- und Hochwasserschutz-Projekten ausgelaufen. Flusstrecken am Inn konnten aufgeweitet werden, es entstanden neue Seitengewässer, Flussinseln und Schotterbänke, die wiederum für Tiere und Pflanzen wichtig sind. Mit der erfolgreichen Verhinderung des Kraftwerks Telfs in einem Sonderschutzgebiet konnte der WWF einen der letzten intakten Auwälder am Inn retten und somit den Lebensraum von Flussuferläufer, Flussregenpfeifer & Co schützen.

Naturschutzarbeit 2013 bis 2015



Die nächste Phase von 2013 bis 2015 steht nun im Zeichen konkreter Naturschutzarbeit vor Ort, wie der Schaffung von Auwäldern und der Aufweitung des Flusses. Derzeit sind am Inn nur noch drei Prozent, etwa 210 Hektar, an Auwald erhalten. Der Naturverlust führt unter anderem dazu, dass heute nur noch zwei von ehemals 31 Fischarten im Tiroler Inn vorkommen: die Äsche und die Bachforelle. Auch hier will der WWF verstärkt Abhilfe schaffen und regelmäßig einen Besatz mit Jungfischen durchführen. Zuletzt hat der WWF gemeinsam mit seinem Flussbotschafter Toni Innauer und Fischereiverbänden 30.000 Jungfische am Inn freigelassen.

Fischbesatz am Inn mit Toni Innauer, © by A. Vorauer/WWF

Zielsetzung bis 2015



2015 soll der Inn wieder ein lebendiger Fluss mit Schotterbänken, Auwaldbereichen und Seitenarmen sein, der seltenen Arten Heimat gibt, und den Anrainer und Besucher verstärkt als Sport- und  Erholungsraum nutzen können. Das geht aber nur, wenn die zuständigen Politiker und Behörden, aber auch betroffene Gemeinden, Grundbesitzer und Landwirte an einen Tisch gebracht werden können und eine gemeinsame Perspektive für den Inn erarbeiten. Als Grundlage für eine solche Zielfindung hat der WWF – gemeinsam mit anderen Umweltverbänden, Fischerei- und Kajakverbänden und Bürgerinitiativen – einen PDF-Dokument, 2,46 MB Gewässerschutzplan Unser Inn erarbeitet, damit die verschiedenen Ansprüche an den Inn, vor allem der Erhaltung ökologisch wichtiger Flussabschnitte und Auen, Hochwasserschutz, Erholungs- und Erlebnisräume und die Nutzungen des Gewässers harmonisiert und abgestimmt werden können.

WWF Schutzgebietsbetreuer



Am Inn stellt der WWF mit Anton Vorauer seit 2006 den offiziellen "Schutzgebietsbetreuer" des Landes Tirol. Vorauer kümmert sich persönlich um die Förderung und Erhaltung von sechs Innauen-Schutzgebieten.

Umweltbildungsarbeit für Kinder



Ein wichtiger Bestandteil der WWF-Arbeit ist die Umweltbildung, in deren Rahmen Kindern die Bedeutung ökologisch intakter Flüsse nähergebracht und spannende Exkursionen durchgeführt werden.
Ökologischer Hochwasserschutz
Auch der ökologische Hochwasserschutz ist ein wichtiger Bestandteil der WWF Arbeit. Wenn der Inn durch Uferaufweitungen wieder mehr Platz bekommt, kann der Fluss bei außergewöhnlichen Hochwasserereignissen große Wassermassen gefahrlos aufnehmen und Hochwasserwellen dämpfen. Dadurch könnten gefährliche Hochwasser deutlich entschärft werden. Einige Ansätze für einen solchen ökologischen Hochwasserschutz konnten im Rahmen der Initiative „der.inn – lebendig und sicher“ bereits gesetzt werden. Nach Ansiht des WWF muss hier aber noch viel mehr geschehen – zum Wohl von Mensch und Natur.

Der Biber am Inn



Wie hochwertig wiederhergestellte Innflächen sind, zeigt sich unter anderem an der Rückkehr des Bibers in Tirol. Die Wiederkehr dieser ehemals ausgerotteten Tierart im Inntal, etwa im n neugeschaffenen Altarm in Radfeld zeigt, dass die renaturierten Flussräume für die Natur ein großes Potential darstellen. Aktuell bewohnt der Biber in Tirol wieder etwa 40 Reviere.

Weitere Informationen finden Sie auf www.unser-inn.at und www.der-inn.at

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