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Wie funktioniert CITES?

CITES reguliert den internationalen Handel mit über 30.000 Tier- und Pflanzenarten sowie Produkten, die aus diesen hergestellt wurden.
Dies dient dem Schutz wild lebender Bestände von gefährdeten Arten.


Tigerfell, © by WWF-Canon/Edward PARKER

Wild lebende Tiere und Pflanzen werden auf vielfältige Weise genutzt. Weltweit kommen sie oder Produkte aus ihnen als Heimtiere, Nahrung, Bekleidung, Schmuck, Ziergegenstände oder Bestandteile in der traditionellen Medizin in den Handel. Dies ist neben dem Verlust der Lebensräume die Hauptursache für die Gefährdung vieler Arten.

Wie funktioniert CITES?

CITES kontrolliert und reguliert den internationalen Handel mit über 30.000 wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und Produkten aus diesen Arten.

Das umfasst im Einzelnen: Ausfuhr, Wiederausfuhr, Einfuhr und Einbringen aus dem Meer von toten und lebenden Tier- und Pflanzenarten, sowie auch von Teilen und Produkten dieser Arten.

Mittlerweile sind 175 Staaten der Welt Mitglieder von CITES - sogenannte Vertragsstaaten. Österreich trat der Konvention 1982 bei.

CITES wird in den Vertragsstaaten durch nationale Behörden überwacht. In Österreich ist dies das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
Der Handel mit CITES-gelisteten Arten wird durch ein System von Aus- und Einfuhrgenehmigungen reguliert.

Drei Schutz-Kategorien

CITES beinhaltet drei Kontrollkategorien, sogenannte „Anhänge“, die je nach Grad der Bedrohung, den internationalen Handel von mehr als 30.000 wild lebenden Arten regulieren (ca. 5.000 Tiere und über 25.000 Pflanzen).

In Anhang I sind Arten gelistet, die akut vom Aussterben bedroht sind. Kommerzieller internationaler Handel mit wild lebenden Exemplaren dieser Arten ist verboten.
Zu den wenigen genehmigungspflichtigen Ausnahmen gehört z.B. der Handel mit nachgezüchteten Exemplaren.
Über 800 Arten sind hier geschützt.

In Anhang II sind Arten gelistet, die nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, aber bedroht sein könnten, sollte der Handel nicht strikt reguliert werden. Anhang II schließt außerdem Arten ein, die wegen ihres ähnlichen Aussehens leicht mit gefährdeten Arten verwechselt werden können.
Mehr als 32.000 Arten sind hier geschützt.

In Anhang III sind Arten gelistet, deren internationaler Handel auf Antrag eines Verbreitungsstaates der betreffenden Art reguliert ist und der nur die Bestände in dem betreffenden Land umfasst.
Etwa 300 Arten sind hier geschützt.

EU-Gesetzgebung

Für die EU gelten vergleichbare Gesetze. In den entsprechenden EU-Verordnungen, die vielfach noch restriktivere Bestimmungen enthalten, gibt es vier Schutzkategorien von A bis D. Die EU-Anhänge A, B und C entsprechen weitgehend den CITES-Anhängen I, II und III, wobei jedoch viele Arten in höheren Schutzkategorien gelistet sind. Zusätzlich existiert ein Anhang D. Dieser beinhaltet noch weiter Arten, die wegen des großen Handelsaufkommens in der EU überwacht werden müssen.

Wichtige Einrichtungen

Zwei wichtige Einrichtungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens/CITES sind das in Genf angesiedelte Sekretariat und die alle 2 ½ Jahre abgehaltene CITES-Vertragsstaatenkonferenz („Conference of the Parties“, oder kurz CoP).

Bei diesen Konferenzen haben die Vertragsstaaten die Möglichkeit Listungsänderungen zu beantragen. Sie stimmen über diese Anträge ab und entscheiden durch Annahme von Resolutionen und Beschlüssen über bestimmte Vollzugs- und Durchführungsmaßnahmen.

Die letzte Vertragsstaatenkonferenz (CoP 14) fand im Juni 2007 in Den Haag (NL) statt. Der WWF Österreich war beobachtend und beratend vor Ort.
Mehr zur CITES-Konferenz: