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Winterruhe: Wieso der Winter für Wildtiere so gefährlich ist
Wenn die Temperaturen unter null Grad fallen, wird der Winter für viele heimische Wildtiere zur echten Belastungsprobe. In dieser Zeit zählt für die Tiere vor allem eines: Energie sparen. Kälte, Nahrungsmangel und kurze Tage zwingen sie im Winter zu einem strengen Energiesparmodus. Jede unnötige Bewegung kann die Energiereserven reduzieren. Störungen wie Lärm oder ein freilaufender Hund kann Stress auslösen und die Wildtiere zu Fluchtreaktionen zwingen. Das kostet wertvolle Kraft, die sie eigentlich dringend zum Überleben brauchen. Gerade jetzt ist es daher entscheidend, Ruhezonen zu respektieren und Wildtieren den nötigen Raum zu geben.
So kann man Wildtiere im Winter konkret schützen
Diese Checkliste hilft dabei, bei eisigen Temperaturen rücksichtsvoll unterwegs zu sein:
- Bei Spaziergängen und Wanderungen auf markierten Wegen bleiben.
- Hunde nicht frei laufen lassen, sondern an die Leine nehmen.
- Bitte möglichst ruhig verhalten und ausreichend Abstand zu Wildtieren einhalten.
Seeadler: Bitte Ruhe beim Balzen und Brüten
Eine Art, die in der kalten Jahreszeit besonders sensibel ist, ist der Seeadler. Während der Minusgrade liegt der Höhepunkt der Balzzeit: Paare werben in gemeinsamen Flügen, verteidigen Reviere und geraten dabei auch in Konflikte mit Artgenossen. Kurz darauf folgt die Paarung und bereits Ende Jänner oder Anfang Februar legen erste Paare ihre Eier. In dieser Phase ist Ruhe im Brutrevier entscheidend: Störungen am Horst können dazu führen, dass Elternvögel das Nest verlassen. Das hat fatale Folgen für Jungvögel oder Eier.
Luchs in Österreich: Besondere Vorsicht an der Grenzregion
Der Luchs ist in Österreich weiterhin vom Aussterben bedroht: Es gibt hierzulande nur noch 30 bis 35 Individuen. Zwar ist er mit seinem dicken Fell hervorragend an Winterkälte angepasst, doch auch Luchse müssen in der kalten Jahreszeit besonders sparsam mit Energie umgehen. Zusätzlich beginnt ab Februar die Paarungszeit, was eine weitere sensible Zeit ist. Jungtiere, die im Mai geboren wurden, sind noch mit der Mutter unterwegs, und nur etwa jeder zweite Luchs schafft später den Schritt in ein eigenständiges Leben mit eigenem Revier. Besondere Rücksicht ist vor allem in der nieder- und oberösterreichischen Grenzregion zu Bayern und Böhmen wichtig, wo die größte heimische Population lebt.
Biber und Fischotter: Winterstress als zusätzliche Bedrohung neben Abschüssen
Beim Biber und Fischotter kommen zu den winterlichen Herausforderungen wie Nahrungsmangel und Stress noch weitere Bedrohungen hinzu: In einigen Bundesländern wurden aus unserer Sicht rechtswidrige Tötungsverordnungen erlassen! Da sich Fischotter ganzjährig fortpflanzen und somit auch im Winter Nachwuchs haben können, treffen Abschüsse die Tiere besonders hart: Jungtiere bleiben dann schutzlos zurück und verhungern. Wir kämpfen deshalb mit unseren Petitionen gegen Biber-Tötungen und Fischotter-Tötungen!

