Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Ostern ohne bitteren Beigeschmack: WWF fordert entwaldungsfreie Lieferketten für Schokolade
Ostern ohne Schokolade? Undenkbar. Doch die hohe Nachfrage nach Kakao-Produkten hat bittere Folgen für die Umwelt: Als einer der meistgehandelten Agrarrohstoffe der Welt zählt Kakao zu den größten Treibern von Entwaldung und gefährdet damit die weltweite Artenvielfalt. Gleichzeitig erschwert die Klimakrise mit Hitze und Extremwetter den Anbau, verknappt das Angebot und treibt Preise in die Höhe. Die Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) fordert deshalb mehr Nachhaltigkeit und entwaldungsfreie Lieferketten in der Schokoladen-Industrie: „Schokolade darf kein Waldkiller sein: Wir müssen sicherstellen, dass Kakao ohne Zerstörung artenreicher Lebensräume und unter fairen Bedingungen angebaut wird. Nur dann sind Schoko-Hasen wirklich ein Genuss – für Mensch, Natur und Klima“, sagt Dominik Heizmann vom WWF Österreich. Als wichtigste und effizienteste Maßnahme fordert der WWF eine starke EU-Entwaldungsverordnung – anstatt weiterer Aufweichungen und Verschiebungen. „Unser Konsum in Europa hat gravierende Auswirkungen auf Natur und Menschen in anderen Ländern. Die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass keine Regenwaldabholzung in unseren Regalen landet“, sagt Heizmann. Darüber hinaus fordert der WWF höhere Standards und transparente Zertifizierungen für den Anbau von Kakao. „Nur wenn Konsument:innen wissen, wie ihre Produkte produziert werden, können sie auch nachhaltige Entscheidungen treffen“, sagt Heizmann vom WWF.
Klimakrise sorgt für Schokoladen-Krise
Österreich liegt beim Schokoladenkonsum mit jährlich rund acht Kilogramm pro Kopf im europäischen Spitzenfeld. Die österreichischen Kakao-Importe stammen hauptsächlich aus Westafrika, wo Kakao unter zerstörerischen Bedingungen in Monokulturen angebaut wird. Doch gerade in Reinkultur können die schattenliebenden Kakaopflanzen den Auswirkungen der Erderhitzung nicht trotzen: „Die Klimakrise sorgt für eine regelrechte Schokoladen-Krise. Denn Extremwetterereignisse wie länger anhaltende Dürreperioden, Starkregen oder Überflutungen führen zu geringeren Erträgen und schlechterer Qualität oder sogar vollständig zerstörten Ernten. Das treibt wiederum den Kakaopreis stark nach oben“, sagt Heizmann vom WWF. Der Kakao-Anbau müsse daher dringend nachhaltiger gestaltet werden.
WWF fördert nachhaltige Anbaumethoden in Afrika und Südamerika
Um Regenwälder mit besonders hoher Biodiversität zu schützen, setzt sich der WWF vor allem im Amazonasgebiet und im Kongobecken für natürliche Anbaumethoden von Kakao ein. Beispielsweise unterstützt der WWF in Kolumbien Kleinbäuer:innen, die Kakao in vielfältigen Agroforstsystemen anbauen. Diese tragen dazu bei, dass ehemals entwaldete Flächen wiederhergestellt werden und der Lebensraum von Tieren wie dem Jaguar geschützt wird. Als Einkommensquelle bietet der nachhaltige Kakaoanbau den Menschen auch eine Alternative zu illegalen Aktivitäten wie Abholzung und Koka-Anbau. „Wer zum Schutz der Regenwälder und seiner Bewohner beitragen möchte, sollte Schokolade mit Herkunftskennzeichnung sowie mit Siegeln für soziale und ökologische Standards kaufen – und kann damit gerade zu Ostern ein Zeichen für Fairness setzen“, sagt Dominik Heizmann vom WWF Österreich.
Eine Orientierung bietet die Chocolate Scorecard, die von NGOs wie dem WWF und Partnern aus der Wissenschaft erstellt wird. Sie bewertet jedes Jahr Schokoladenhersteller, Kakaohändler und Supermärkte nach sozialen und ökologischen Kriterien.
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich










