Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen

Der Bestand des Amerikanischen Monarchfalters (Danaus plexippus) hat sich merklich erholt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung des WWF, die den Bestand der Schmetterlinge in ihrem Winterquartier im mexikanischen Hochland untersucht. In der aktuellen Saison registrierten die Wissenschaftler:innen insgesamt neun Kolonien der Tiere, die zusammen eine Waldfläche von 2,93 Hektar besetzten. Das entspricht einem Anstieg von 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir freuen uns, dass die Monarchfalter dieses Jahr wieder deutlich zahlreicher in Mexiko angekommen sind. Es ist die zweite Saison infolge, in der wir einen Anstieg registrieren. Trotzdem bleibt die Lage der Falter fragil: Ihre Zahl liegt im historischen Vergleich deutlich unter den Höchstständen der 1990er Jahre und an ihrer Bedrohung hat sich wenig geändert“, sagt Georg Scattolin, Artenschutz-Experte beim WWF Österreich.
Hauptursachen für den langfristigen Rückgang sind nach WWF-Angaben der intensive Einsatz von Herbiziden, Landnutzungsänderungen sowie die Folgen der Erderhitzung. Diese Faktoren führen dazu, dass die für den Nachwuchs unverzichtbaren Seidenpflanzen (Asclepias) immer seltener werden. Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich auf diesen Pflanzen ab. Gleichzeitig verändern sich durch den Klimawandel Blütezeiten und Wetterbedingungen, was die Migration zusätzlich stören kann. „Wir brauchen dringend strengere Regulierungen beim Herbizideinsatz in Nordamerika, mehr nachhaltige Forstwirtschaft in Mexiko und mehr Einsatz für den Klimaschutz. Andernfalls wird die aktuelle positive Entwicklung nur eine kurze Zwischenblüte bleiben, bevor die Populationen erneut in einen kritischen Abwärtstrend rutschen, aus dem es bald vielleicht kein Zurück mehr gibt“, warnt Scattolin.
Die jährliche Migration der Monarchfalter gehört zu den beeindruckendsten Naturschauspielen der Erde. Jeden Herbst machen sich Millionen Schmetterlinge aus Kanada und den USA auf den Weg nach Süden, um der Winterkälte zu entgehen. Auf ihrer Reise legen sie teilweise mehr als 4.000 Kilometer zurück. Da die Tiere nur wenige Wochen leben, braucht es mehrere Generationen, bis die Population die gesamte Strecke bewältigt. In den Wäldern Zentralmexikos sammeln sich die Falter schließlich in dichten Kolonien, die ganze Baumkronen bedecken und Äste unter ihrem Gewicht biegen lassen.
Der WWF Mexiko führt gemeinsam mit Partnerorganisationen seit 1993 jährliche Bestandsaufnahmen der Monarchfalter durch. Die Forschenden zählen bei ihrer Erhebung keine einzelnen Tiere, sondern messen die Fläche der Waldgebiete, die von den Schmetterlingskolonien während der Wintermonate besetzt werden.
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