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Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
Im Rahmen des WWF-Schutzprogramms wurden im Mai erneut zwei junge Seeadler in den Donau-Auen mit GPS-Sendern ausgestattet und beringt. Damit liefern nun insgesamt 22 markierte Greifvögel wertvolle Einblicke in Flugrouten, Wanderbewegungen und wichtige Lebensräume – so viele wie noch nie zuvor. Die langfristige Beobachtung zeigt bereits erste Erfolge: Einige der besenderten Seeadler haben inzwischen die Geschlechtsreife erreicht und brüten heute in Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Zugleich setzt sich die Rückkehr des Seeadlers in Österreich fort: Mittlerweile leben wieder rund 90 Paare im Land. „Die Sender liefern wichtige Erkenntnisse über Flugrouten und Verhalten. So erfahren wir, welche Lebensräume besonders wichtig sind und wo gezielte Schutzmaßnahmen ansetzen müssen“, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Um Österreichs Wappentier langfristig zu schützen, fordert der WWF verstärkte Maßnahmen gegen Wildtierkriminalität sowie die konsequente Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung zur Verbesserung wichtiger Lebensräume.
Kooperationspartner bei der Beringung und Besenderung der heurigen Jungtiere sind PANNATURA und der Nationalpark Donau-Auen mit Unterstützung der Österreichischen Nationalbank. Gemeinsam mit dem WWF wurden zwei Jungvögel in den Donau-Auen besendert und beringt. „Intakte und geschützte Naturlandschaften, wie der Nationalpark Donau-Auen, bieten die besten Lebensräume für den Seeadler. Hier findet er nicht nur reichlich Nahrung in den Gewässern, sondern auch die nötige Ruhe, um hoch oben in alten Baumkronen jedes Jahr ungestört seinen Nachwuchs großzuziehen“, erklärt Nationalparkdirektorin Edith Klauser. Die Sender beeinflussen die Tiere nicht in ihrem Verhalten und liefern gleichzeitig wertvolle Daten für den langfristigen Schutz. Ergänzende Markierungen sorgen dafür, dass die Tiere ein Leben lang identifiziert werden können.
Vor 25 Jahren galt Österreichs Wappentier hierzulande als ausgerottet. Die Rückkehr und Begleitung durch den WWF Österreich zählt heute zu den großen Erfolgen des Naturschutzes und geht maßgeblich auf den strengen europaweiten Schutz zurück. Ein zentraler Bestandteil ist das Forschungs- und Schutzprogramm des WWF Österreich. Auch auf den PANNATURA-Flächen kam es erneut zu einer erfolgreichen Brut der Seeadler, die dort bereits seit vielen Jahren angesiedelt sind. „Der Bruterfolg der Seeadler ist die schönste Bestätigung für den Erfolg unserer umsichtigen Naturschutzprojekte, die immer wieder zeigen, dass aktive Flächenbewirtschaftung im Einklang mit Natur- und Artenschutzanliegen problemlos möglich ist“, sagt David Simon, Leitung Naturschutz, Jagd, Fischerei und Forschung bei PANNATURA.
Zahlreiche Bedrohungen für Seeadler-Population
Trotz positiver Entwicklungen bleibt die Art in Österreich weiterhin unter Druck. Illegale Abschüsse und Vergiftungen sowie Kollisionen mit Infrastruktur stellen nach wie vor zentrale Gefahren dar. Der WWF setzt sich daher mit der neuen Kampagne “Wild sein ist kein Verbrechen” für konsequente Schutzmaßnahmen und die Verbesserung bestehender Lebensräume ein.
Bilder zu den jüngsten Seeadler-Besenderungen gibt es hier.
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