Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
Trotz strenger Schutzbestimmungen werden Störe in der Unteren Donau beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität. Das zeigt eine neue, umfassende Studie des WWF. Demnach wurden im zehnjährigen Untersuchungszeitraum 509 Fälle von Wilderei an Stören dokumentiert, bei denen mindestens 3.366 einzelne Tiere in Rumänien, Bulgarien und der Ukraine illegal getötet wurden – das entspricht etwa einem Tier pro Tag. Angesichts dieser Ergebnisse warnt der WWF vor einem Kollaps der fragilen Stör-Populationen: „Die Ergebnisse sind nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer liegt weit darüber. Da Störe als die weltweit am stärksten gefährdete Tiergruppe gelten, ist jeder getötete Stör ein Rückschlag für den Fortbestand der Art – daher müssen diese Straftaten konsequenter verfolgt werden”, sagt Studienautorin und WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. Wilderei und der illegale Handel mit Störfleisch und Kaviar stellen die größte Bedrohung für die urtümlichen Fische dar. Um das Überleben der seltenen Tiere zu sichern, fordert der WWF eine strengere Durchsetzung bestehender Gesetze, verstärkte Kontrollen, eine engere grenzübergreifende Zusammenarbeit der zuständigen Behörden und bessere Monitoring- und Meldesysteme.
263 Kilogramm illegaler Kaviar beschlagnahmt
Die Studie basiert auf Daten behördlicher Beschlagnahmungen von Stören, illegalen Fanggeräten, Fleisch und Kaviar, die der WWF über zehn Jahre gesammelt und ausgewertet hat. Im gesamten Analysezeitraum (2016 – 2025) konnten die Behörden rund sechseinhalb Tonnen Störfleisch und ganze Fische sowie mehr als 263 Kilogramm Kaviar beschlagnahmen. „Darunter befanden sich auch einige große Aufgriffe, wie etwa ein Fall mit rund 40 Kilogramm Kaviar – im geschätzten Wert von 46.500 Euro”, sagt WWF-Expertin Jahrl. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl illegaler Fanggeräte sichergestellt. Allein in Bulgarien konnten die Behörden 1.250 verbotene Hakenleinen – sogenannte „Karmaci” – mit einer Gesamtlänge von mehr als 45 Kilometern und rund 54.000 Haken beschlagnahmen. Diese Fangmethode gilt als besonders grausam, da sich die Störe an den vielen sehr scharfen Haken an einer langen Leine schwer verletzen können. „Im schlimmsten Fall kämpfen die Störe dann Stunden oder sogar Tage ums Überleben”, sagt Jahrl vom WWF Österreich.
Alle vier Stör-Arten in der Unteren Donau sind betroffen
Einzelne der über 500 dokumentierten Fälle umfassen weit mehr als 100 getötete Tiere. Am häufigsten betroffen waren Sterlets (42 Prozent). Die Beluga-Störe – auch Hausen genannt – wurden zwar seltener Opfer, aber davon wurden einige besonders große Tiere beschlagnahmt, die über zwei Meter lang und 200 Kilogramm schwer waren – ein enormer Verlust für die Population. Betroffen waren neben Sterlet, Sternhausen und Beluga-Stören auch die äußerst seltenen Waxdicks – auch bekannt als Russische Störe. „Die Untere Donau ist eine der letzten Regionen weltweit, in der bis heute trotz aller Bedrohungen vier verschiedene Stör-Arten überlebt haben und sich fortpflanzen. Das ist ein großer Schatz, den wir unbedingt bewahren müssen”, sagt Jahrl vom WWF.
Den vollständigen Report (Englisch) sowie Bildmaterial finden Sie hier zum Download.
News
Aktuelle Beiträge
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium










