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WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Wien, am 28. September 2026 – In Österreich werden jeden Tag rechnerisch rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel verschwendet. Das entspricht mehr als 3.000 Tonnen täglich, wie eine WWF-Umrechnung der jährlichen Gesamtmenge von mehr als 1,2 Millionen Tonnen zeigt. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September fordert die Umweltschutzorganisation daher verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette sowie bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden. „Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel verschwenden wir auch wertvollen Boden, Wasser, Energie und die Arbeit vieler Menschen. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Verschwendung vom Feld bis zum Teller wirksam sinkt“, sagt WWF-Expertin Julia Haslinger.
Die Verschwendung beginnt auf dem Feld und reicht über den Handel bis in die eigene Küche: Rund 685.000 Tonnen jährlich entfallen auf private Haushalte, somit mehr als die Hälfte der Gesamtmenge. Allein in Österreichs Haushalten werden damit rechnerisch jeden Tag knapp 1.900 Tonnen Lebensmittel verschwendet. Weitere rund 570.000 Tonnen gehen zusammen in Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung verloren oder werden weggeworfen.
Der WWF fordert daher bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden an Menschen in finanziellen Notlagen. Dazu zählen klare Haftungsregeln für spendende Unternehmen und soziale Organisationen, steuerliche Anreize sowie mehr Mittel für die Übernahme und Verteilung der Spenden. „Lebensmittelspenden retten wertvolle Lebensmittel und entlasten Menschen, die finanziell unter Druck stehen. Die Politik muss rechtliche Hürden abbauen und soziale Organisationen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen“, sagt Haslinger.
In privaten Haushalten landen besonders häufig Obst und Gemüse sowie Brot und Backwaren im Müll. Fleisch, Fisch und Wurst werden zwar in geringeren Mengen weggeworfen, fallen aufgrund ihrer höheren Preise aber finanziell stärker ins Gewicht. Häufig werden Lebensmittel nicht rechtzeitig verbraucht, falsch gelagert oder über den tatsächlichen Bedarf hinaus eingekauft. Damit gehen auch die Ressourcen verloren, die für ihre Herstellung, Kühlung und ihren Transport eingesetzt wurden. „Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel landet auch bares Geld im Müll. Weniger Verschwendung entlastet die Haushaltskasse und schützt Natur und Klima“, sagt Haslinger.
WWF fordert verbindliche Maßnahmen vom Feld bis zum Teller
Neben besseren Bedingungen für Lebensmittelspenden fordert der WWF verbindliche Reduktionsziele mit klaren Zuständigkeiten und überprüfbaren Zwischenzielen. Dafür benötige es eine transparente Erfassung der Lebensmittelabfälle und regelmäßige Berichte über die Fortschritte. Zudem müsse die Vermeidung von Lebensmittelabfällen stärker in Schulen und Fachausbildungen verankert werden. „Wir müssen vor allem die Ursachen der Verschwendung angehen. Die Bundesregierung muss dafür klare Regeln schaffen und die gesamte Versorgungskette in die Pflicht nehmen“, fordert Haslinger.
Über die aktuelle Berechnung
Grundlage der Berechnung sind die von BOKU und Umweltbundesamt publizierten Hochrechnungen zu vermeidbaren Lebensmittelverlusten und -abfällen in Österreich. Der WWF hat die Jahresmenge auf Tagesmengen umgerechnet: 1,2 Millionen Tonnen entsprechen bei 365 Tagen und einer angenommenen Beladung von 24 Tonnen pro Lkw rund 137 Lkw-Ladungen täglich, gerundet 140. Der Vergleich beschreibt das Gewicht der Lebensmittel, keine tatsächlichen Transporte.
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