Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Wien/St. Pölten, am 22. Oktober 2026 – Die Naturschutzorganisation WWF bereitet seit kurzem den Rückbau von sechs Flussbarrieren im niederösterreichischen Gewässersystem der Fugnitz vor. Dadurch sollen insgesamt rund 24 Flusskilometer von Fugnitz und Fellingbach im Bezirk Hollabrunn wieder miteinander vernetzt und für Fische besser durchwanderbar werden. Die Fugnitz ist der wichtigste Zubringer der Thaya im Nationalpark Thayatal. „Die Fugnitz zählt zu den ökologisch wertvollsten Fließgewässern in der Region. Sie bietet seltenen und geschützten Arten einen wichtigen Rückzugsort, wie zum Beispiel dem Schwarzstorch, der Koppe und zahlreichen Amphibienarten, darunter Kammmolch und Feuersalamander“, sagt Projektleiterin Julia Schilcher vom WWF.
Die Fugnitz ist als Rückzugsraum für seltene Arten besonders wichtig, weil die Thaya durch flussaufwärts gelegene Wasserkraftwerke stark verändert wurde. Sechs Barrieren im Gewässersystem erschweren jedoch die Fischwanderung und trennen wertvolle Lebensräume voneinander, darunter zum Beispiel Überreste des früheren Elektrizitätswerks Rosental und ein nicht mehr genutztes Wasserkraftwerk. Ihr Rückbau soll Wanderwege öffnen und diese Lebensräume wieder verbinden. Das Gewässersystem ist zudem als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung durch die Ramsar-Konvention anerkannt.
Nur noch 14 Prozent der Flüsse gelten als ökologisch intakt. Insgesamt unterbrechen 27.000 nicht-fischpassierbare Querbauwerke die österreichischen Fließgewässer. Das ist durchschnittlich eines alle 900 Meter. „Unsere Flüsse sind durch die starke Verbauung und die intensive Wasserkraftnutzung nicht auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet. Gerade jetzt, wo Hitze und Niederwasser den Druck auf unsere Gewässer massiv erhöhen, müssen wir ihnen mehr Raum geben, statt sie weiter zu verbauen“, sagt Julia Schilcher. Der WWF fordert einen stärkeren Fokus auf die Renaturierung von Flüssen, um intakte Flussökosysteme zu erhalten und ihre natürlichen Funktionen wiederherzustellen.
Über das Projekt „ConnectingCanyons“ und das Open Rivers Programme
Mit dem Projekt „ConnectingCanyons“ bereitet der WWF bis Ende Juni 2027 den Rückbau der sechs Barrieren vor und wird zudem die Umsetzung koordinieren. Projektpartner sind die Gemeinde Hardegg und die Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer. Unterstützung kommt vom Umweltministerium, dem Land Niederösterreich (Abteilung Wasserwirtschaft), vom Fischereirevierverein und vom Nationalpark Thayatal.
Die Planung des Projekts wird durch das „Open Rivers Programme” (ORP) finanziert. Die gemeinnützige Initiative fördert den Rückbau von Querbauwerken, kleineren Staudämmen und Wehren, um Europas Flüsse wieder durchgängig zu machen und ihre natürlichen Funktionen wiederherzustellen. Bislang wurden in Europa 244 Projekte gefördert. Für Österreich ist „ConnectingCanyons” eines von vier Pionierprojekten.
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