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„Beaver at its best”: Wie das WWF-Projekt Biber in Österreich schützt
Der Biber ist ein raffinierter Baumeister. Doch sein Hang zur Landschaftsgestaltung steht leider immer wieder in Konkurrenz zu menschlichen Nutzungsinteressen wie Landwirtschaft, Infrastruktur oder Forstwirtschaft. So kommt es in Österreich auch zu Konflikten zwischen Bibern und Menschen. Und diese können für die geschützten Tiere mitunter tödlich enden.
WWF-Projekt: Lösungen für Biber-Konflikte in Österreich
Der WWF Österreich setzt genau dort mit dem Projekt „Beaver at its best“ an. In den nächsten Jahren werden an ausgewählten Standorten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um zu zeigen, wie man bestmöglich bereits bestehende Biber-Konflikte reduzieren und zukünftige verhindern kann.
Für 3 unterschiedliche Flächen in Österreich werden beispielhafte Lösungskonzepte für ein konfliktarmes Zusammenleben erarbeitet: Marchegg (NÖ), Natternbach (OÖ) und Rosenau (NÖ). Flächenübergreifend wird zudem relevantes Wissen über den Biber vermittelt, etwa welche Ökosystemleistungen (d.h. wichtige Leistungen der Natur, von denen wir Menschen abhängig sind) die Art erbringt.
Wieso ist der Biber so wichtig?
Wo der Biber am Werk ist, findet man ein Mosaik aus artenreichen Lebensräumen. Ohne ihn ginge dieses komplexe Gefüge verloren, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten abhängen. Gleichzeitig ist der Biber ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Klimakrise und die Biodiversitätskrise: Teichlandschaften der Biber puffern Starkregen ab, reduzieren Hochwasser und gleichen in Trockenzeiten Wassermangel aus.
Ist der Biber in Österreich geschützt?
Nachdem der Biber etwa 100 Jahre in Österreich als ausgestorben galt, ist er inzwischen in allen Bundesländern wieder vertreten. Dass er nun nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, hat er dem strengen Schutzregime der FFH-Richtlinie zu verdanken. Laut dieser sind die EU-Mitgliedsstaaten und damit auch Österreich verpflichtet, den Biber in einen günstigen Erhaltungszustand zu bringen und sieht dazu wichtige Schutzmaßnahmen vor. Viele Bundesländer genehmigen inzwischen jedoch großflächige Ausnahmen vom strengen Schutz ohne Prüfung der genauen Umstände im Einzelfall.
Die Maßnahmen des WWF-Biber-Projekts im Detail:
- Schutzmaßnahmen: Der WWF setzt sowohl kurzfristige Lösungen wie den Bau von Schutzzäunen, als auch langfristige Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz des Bibervorkommens um.
- Wissensvermittlung: Dazu gibt es zahlreiche Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, darunter Beaver walks, die Vermittlung von Wissen rund um das Familienleben von Bibern als auch ein Citizen Science Projekt.
- Biberberatung: Der WWF bietet in Kooperation mit Biberexpert:innen gezielte fachliche Beratung bei Konfliktfällen.
- Monitoring: Erhebung und Beobachtung des Biberbestandes, relevanter Zielarten und Ökosystemleistungen.
- Analyse: Aufarbeitung von Rechtsfragen rund um den Biber.
Fakten zum Projekt
- „Beaver at its best“ ist ein vierjähriges Projekt des WWF Österreich (2026–2029), das Lösungen für ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Biber entwickelt.
- In den drei Modellregionen Marchegg (NÖ), Natternbach (OÖ) und Rosenau (NÖ) werden Maßnahmen gesetzt, um bestehende Konflikte zu reduzieren und zukünftige zu verhindern.
- Dazu zählen Schutzmaßnahmen wie Zäune und Uferrandstreifen als Pufferzonen, Beratung bei Konfliktfällen sowie Monitoring von Biberbeständen.
- Begleitend vermittelt das Projekt Wissen über die wichtige Rolle des Bibers für Biodiversität und Klima.
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