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Wie die Trockenheit mit Österreichs Wasserkrise zusammenhängt
Mitten im Frühjahr zeigt sich in der Unteren Lobau ein bisherseltenes Bild: Das Wasser zieht sich zurück. Das Eberschüttwasser, eines der größten Gewässer des Nationalparks Donau-Auen, ist deshalb erstmals zu dieser Jahreszeit in zwei Teile getrennt. Nur ein einziger vergleichbarer Fall wurde 2017 im damals außergewöhnlich kalten Winter dokumentiert. In Zukunft könnte sich dieses Bild jedoch öfter wiederholen, denn die Auswirkungen der Klimakrise werden immer deutlicher sichtbar.
Die anhaltende Trockenheit als eine Auswirkung der Klimakrise hat somit bereits deutliche Spuren hinterlassen. Denn der niedrige Grundwasserstand, niedrige Wasserstände der Donau und geringe Niederschläge sind die Gründe für die Wasserkrise in der Lobau, aber auch in anderen Landesteilen. Eine Entwicklung, die nicht überraschend kommt – denn das Problem spitzt sich seit Jahren zu. Unsere kanalisierten Flüsse und Bäche, die trockengelegten Auen und Feuchtwiesen und entwässerte Moore aus dem 20. Jahrhundert verschärfen die Lage zusätzlich.
Trockenheit in Österreich mit historischen Ausmaßen
Der Frühling 2026 in Österreich gilt als einer der trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. Und die Trockenheit betrifft längst nicht mehr nur einzelne Regionen: Laut offiziellen Zahlen aus der Monatscharakteristik verzeichneten im Mai rund 90% der Pegelmessstellen an Österreichs Flüssen niedrige bis sehr niedrige Abflüsse. Im März und April lag dieser Anteil noch bei 75%.
Die heimischen Flüsse führen also seit Monaten deutlich weniger Wasser als üblich. Die Ausgangslage für den Sommer ist entsprechend kritisch: Viele Gewässer starten bereits jetzt mit einem erheblichen Wasserdefizit in die heißeste Zeit des Jahres. Besonders deutlich wird die Situation an der Vöckla in Oberösterreich, die Ende Mai bereits rund 89% weniger Wasser führte als im langjährigen Mittel. Beim Kamp in Niederösterreich waren es 84%, die Leitha verzeichnete ein Minus von 76%.
Welche Folgen hat die Trockenheit für Tiere und Lebensräume?
Die Konsequenzen sind weitreichend: Wenn Gewässer schrumpfen und das verbleibende Wasservolumen sinkt, erwärmen sich die Gewässer schneller. Gleichzeitig nimmt der Sauerstoffgehalt ab. Für viele Arten bedeutet das einen zunehmenden Verlust ihres Lebensraums. Fische, Amphibien, Vögel und Insekten finden immer schlechtere Bedingungen vor. Für manche Fischarten können hohe Wassertemperaturen und extrem niedrige Wasserstände sogar existenzbedrohend werden.
Intakte Flüsse, Auen, Feuchtgebiete und Moore sind nicht nur für die Artenvielfalt entscheidend, sondern auch für den heimischen Wasserhaushalt. Sie wirken wie natürliche Speicher: In niederschlagsreichen Zeiten nehmen sie Wasser auf und geben es in Trockenphasen langsam wieder ab. Außerdem dienen intakte Feuchtgebiete als Schutz vor Hochwässern.
Unsere Flüsse brauchen wieder mehr Platz: So können an ihren Ufern wieder genug Bäume wachsen, die sie beschatten, was dem Aufheizen des Wassers entgegenwirkt. Zudem hat das Wasser im Fall von Hochwässern mehr Platz und steigt weniger hoch, was weniger Schäden bewirkt, und die Flusslandschaft kann wie ein Schwamm wirken. Dieses Prinzip wird angesichts der Klimakrise immer wichtiger, wenn die Sommer heißer und trockener werden, und der wenige Niederschlag immer öfter in Form von kurzen, aber intensiven Starkregen fällt.
Natürliche Lösungen gegen Trockenheit und Wasserknappheit
Die Lösung, um die Trockenheit in Österreich zu bekämpfen? Natürliche Schutzmaßnahmen! Wie wirksam diese Maßnahmen sein können, zeigt eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien, die im Auftrag des WWF durchgeführt wurde. Untersucht wurde ein rund 1.500 Quadratkilometer großes Teileinzugsgebiet der March im Weinviertel – einer der trockenheitsanfälligsten Regionen Österreichs. Analysiert wurden unterschiedliche Maßnahmen: von Direktsaat und Winterbegrünung auf landwirtschaftlichen Flächen bis hin zur Wiederherstellung von Grünland und Feuchtgebieten, Gewässerrandstreifen oder Biberdämmen.
Die Modellierung zeigt, dass das Wasser durch die natürlichen Maßnahmen nachweislich länger in der Landschaft bleibt. Gleichzeitig werden Hochwasserspitzen reduziert, Niedrigwasserphasen abgefedert und der gesamte Wasserhaushalt stabilisiert. Naturbasierte Lösungen leisten somit einen wichtigen Beitrag, um das Risiko für Dürren zu senken, mehr Wasser im Boden zu halten und die landwirtschaftliche Produktion widerstandsfähiger zu machen.
WWF kämpft für Österreichs Flüsse
Der WWF setzt sich für die Erhaltung und die Renaturierung von Österreichs Flusslandschaften ein. So setzt der WWF etwa Maßnahmen um, damit die Flüsse wieder mehr Platz bekommen und besser mit ihren Auen verbunden werden. Denn intakte Flüsse, Auen und Feuchtgebiete beherbergen auf engstem Raum eine unglaubliche Fülle an Arten und sind essenziell für eine gesunde Umwelt. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit unterstützen!

