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Das war die Klimakonferenz COP27: Viele Flops und ein schwacher Lichtblick

„Es ist ein verlorenes Jahr für den Klimaschutz“, resümiert WWF-Klimasprecher Thomas Zehetner enttäuscht. Seit der letzten COP in Glasgow hat sich wenig bewegt. Die Erreichung des Hauptziels des Pariser Klimavertrags, die Erderwärmung auf 1,5° zu begrenzen, wird so immer schwieriger. Dennoch dürfen unsere Anstrengungen dieses Ziel zu erreichen nicht nachlassen. Denn jedes Zehntel Grad weniger Erwärmung ist wichtig, um einen weltweiten Rückgang funktionierender Ökosysteme, einen unumkehrbaren Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung der Existenz vieler Millionen Menschen mindestens teilweise zu verhindern.

Die 27. UN-Klimakonferenz in Sharm El-Scheich hätte die erste sein sollen, wo die tatsächliche Umsetzung des Pariser Klimavertrags verhandelt werden sollte. „Together for implementation“ war das ausgegebene Motto der ägyptischen Präsidentschaft. Trotz dringlicher Appelle zur Eröffnung der Konferenz, gingen die Verhandlungen nur schleppend voran. Das Ergebnis: Statt Implementierung gab es Stillstand. Die Klimapolitik geriet immer stärker in die Mühlen machtpolitischer Auseinandersetzungen. Von Aufbruchstimmung für mehr Klimaschutz keine Spur.

Darum war die COP27 ein Flop

Die auf der Klimakonferenz beschlossenen Emissions-Senkungen gehen nicht weit genug. Sie reichen nicht aus, um den globalen CO2-Ausstoß bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Das wäre aber nötig, um die 1,5° Grenze noch einzuhalten. Das ist, mitten im entscheidenden Jahrzehnt des Kampfes gegen die Klimakrise, besonders dramatisch.

Auch die vorliegenden nationalen Klimapläne der Staaten sind bei weitem nicht ambitioniert genug. Im Pariser Abkommen haben sich alle Vertragsstaaten dazu verpflichtet alle fünf Jahre verbesserte nationale Klimaziele auszuarbeiten. Das Sekretariat des Klimarahmenabkommens (UNFCCC) hat im Vorfeld der COP27 alle nationalem Klimapläne analysiert um die Frage zu beantworten: Wo steht die Weltgemeinschaft insgesamt mit ihren Emissionsminderungs-Zielen? Das Ergebnis: Mit den momentanen nationalen Klimazielen steuern wir eher auf eine Erderhitzung von 2,5 °C zu – inklusive katastrophaler Folgen.

Außerdem konnten sich die Staaten nicht darauf einigen, so schnell wie möglich aus der Nutzung aller fossilen Energieträger – also aus Kohle, Öl und Gas – auszusteigen. Obwohl das viele Länder gefordert hatten, waren die Stimmen der Öl- und Gaslobby lauter – eine große Enttäuschung dieser COP.

Ein schwacher Lichtblick: Der Fonds zur Finanzierung von Verlusten und Schäden

Einziger Lichtblick im Abschlusspapier der COP27 ist, dass sich die Staaten endlich auf einen ersten Rahmen für einen Fonds zur Finanzierung von klimabedingten Verlusten und Schäden (Loss and Damages) einigen konnten. Damit sollen Länder, die besonders stark von den Auswirkungen Klimakrise betroffen sind, wie Pakistan oder kleine Inselstaaten, finanziell unterstützt werden. Der Fonds ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Klimagerechtigkeit. Leider blieben noch viele Details offen, etwa welche Länder in den Fonds einzahlen und welche Gelder aus dem Fonds erhalten können. Noch ist das wie ein leeres Sparbuch bei dem noch unklar ist wer Geld einlegt.

Die Einrichtung dieses lang ersehnten Fonds ist zwar begrüßenswert. Dennoch ist es unverzichtbar klare Ziele zur Reduktion von Emissionen zu beschließen, um die Ursache der Klimakrise und der daraus resultierenden klimabedingten Schäden zu bekämpfen. „Ohne intensivere Anstrengungen bei der Ursachenbekämpfung der Klimakrise bleibt die Einigung allerdings Symptombekämpfung. Wenn wir unsere Emissionen nicht senken, wird dieser Fonds ansonsten zum “Fonds für das Ende der Welt”, sagt WWF-Experte Thomas Zehetner.

Wie geht es weiter?

2023 treffen sich die Vertragsstaaten zur COP28 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch schon im Dezember 2022 steht eine weitere wichtige internationale Konferenz an: die COP15 der UN Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt. Hier hat die Staatengemeinschaft die Gelegenheit ambitionierte Maßnahmen zum Schutz unserer Natur zu setzen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Klimaschutz, denn Natur und Klimaschutz gehen Hand in Hand. Eine intakte Natur ist unsere wichtigste Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise.

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