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Die „grüne Lunge“ unseres Planeten brennt

Artenparadies in Gefahr - WWF fordert internationale Reaktion

Warum brennt der Amazonas? Wie schlimm sind die Feuer?

Die Brände und Brandrodungen im Amazonas-Regenwald in Brasilien haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen. Insgesamt wurden heuer bereits weit über 70.000 Brände registriert. Derzeit sind die Rauchwolken so massiv, dass sie bereits aus dem Weltall zu sehen sind.

Neben der aktuellen Dürre ist dafür aus Sicht des WWF vor allem eine rücksichtlose und untätige Politik verantwortlich. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zweifelt die menschgemachte Klimakrise an, legt keinen Wert auf Umwelt- und Naturschutz und hat die rücksichtslose Abholzung des Regenwaldes weiter erleichtert anstatt sie zu stoppen. Im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes fast viermal höher als im gleichen Monat des Vorjahres.

Die aktuelle Trockenzeit schafft günstige Bedingungen für das Ausbreiten des Feuers. Das Auslösen der Brände, absichtlich oder unabsichtlich, ist aber das Werk von Menschenund eine Folge der verstärkten Abholzungen. Fachleute schlagen Alarm und sehen einen Zusammenhang zur steigenden Zahl illegaler Waldrodungen.

Befürchtet wird, dass auf diese Weise neue Flächen für die industrielle Landwirtschaft sowie neue Viehzucht zur Massenproduktion von Fleisch geschaffen werden sollen. Das ist nicht nur eine Katastrophe für Umwelt und Natur, sondern auch für das Weltklima.

Der WWF Österreich fordert eine scharfe internationale Reaktion auf die zunehmenden Waldbrände, um den Druck auf Brasiliens Präsidenten zu erhöhen. Die Umweltschutzorganisation fordert auch die Europäische Kommission auf, den Abschluss des geplanten Freihandelsabkommens EU-MERCOSUR zu stoppen und grundlegend neu zu verhandeln.

„Die geplante Ausweitung der Fleischexporte würde sowohl die Klimakrise als auch die  Naturzerstörung weiter befeuern. Das wäre fatal“, warnt Georg Scattolin, Leiter des Internationalen Programms beim WWF Österreich. In Südamerika vernichtete die Ausbreitung der industriellen Landwirtschaft – vor allem Sojaanbau und Rinderhaltung – von 1990 bis 2015 über 90 Millionen Hektar Waldfläche.

Ein beträchtlicher Teil dieser Agrarprodukte wird aus Gründen der extremen Fleischnachfrage nach Europa exportiert. Daher brauche es zumindest vertraglich festgeschriebene und auch kontrollierte Garantien für den Schutz des Regenwaldes als grüne Lunge unseres Planeten.

„Der größte Regenwald der Erde mit seiner unverzichtbaren Bedeutung für die Welt darf nicht für kurzfristige Profitinteressen geopfert werden. Die eindeutige Botschaft an Brasilien muss sein: Geht der Regenwald verloren, ist der Kampf gegen die Erderhitzung zum Scheitern verurteilt. Daher importieren wir keine Waren, für die der Amazonas ohne jede Rücksicht auf den Naturschutz abgeholzt wurde“, fordert Georg Scattolin eine gemeinsame scharfe Reaktion der Länder der Europäischen Union.

Warum ist der Amazonas-Regenwald die „grüne Lunge“ unseres Planeten?

  • In Amazonien erstreckt sich, trotz Entwaldung, noch immer der größte zusammenhängende Regenwald der Erde. Er umfasst heute eine Fläche von 5,36 Millionen Quadratkilometer.
  • Zum Vergleich: Österreich umfasst nur 83.879 Quadratkilometer.
  • Der Amazonas ist nicht nur Heimat für unzählige Arten, sondern spielt auch eine Schlüsselrolle für das Weltklima, weil er eine gewaltige Kohlenstoffsenke ist.
  • Wachsende Bäume entziehen CO2 aus der Atmosphäre. Insgesamt wirkt der Regenwald wie eine „natürliche Klimaanlage“.
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