WWF Artikel mit bestimmten Darstellungsformen: Manuell (Sonderformate)

Fotostrecke: Diese Flussdelfin-Arten gibt es

Manche von ihnen sind rosarot, andere haben scharfe Zähne, die aus dem Maul stehen: Flussdelfine sehen anders aus als ihre Verwandten aus dem Meer. Seit 1970 ist der Flussdelfin-Bestand laut aktuellem Living Planet Report um 73% zurückgegangen. Weltweit gibt es nur noch sechs Arten, die alle stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind – wir stellen sie dir vor.

 

Der Rosarote: Amazonas-Flussdelfin

Diese Flussdelfin-Art ist die größte: Amazonas-Flussdelfine werden bis zu 2,5 Meter groß und können 130 Kilogramm wiegen. Der rosa Amazonas-Flussdelfin kommt in den Amazonas- und Orinoko-Flussbecken vor. Hilfreich bei der Jagd auf Fische ist für ihn sein sehr beweglicher Nacken, durch den er den Kopf in alle Richtungen drehen kann. Der Amazonas-Flussdelfin ist durch die Fischerei stark bedroht: Er wird entweder gezielt gejagt oder endet als Beifang, weil er sich in den Netzen verfängt.

Anfang Oktober 2023 startete ein tragisches Massensterben der rosa Delfine im brasilianischen Lago de Tefé. Fast unerträgliche 40 Grad ist das Wasser dort mittlerweile heiß – viel zu heiß für die Tiere. Der WWF versucht möglichst viele rosa Flussdelfine zu retten.

Der Intelligente: Östlicher Glattschweinswal

Der Östliche Glattschweinswal (der auch Jangtse-Glattschweinswal genannt wird) ist für seine hohe Intelligenz bekannt. Er ist genauso schlau wie etwa ein Gorilla. Der Name leitet sich von der fehlenden Rückenflosse ab, denn dadurch sieht er beim Auftauchen „glatt“ aus. Heute gibt es weltweit nur mehr um die 1.000 Östliche Glattschweinswale, die teilweise in Reservaten untergebracht sind. Die Tiere leben im chinesischen Fluss Jangtse und teilten sich einst die Gewässer mit dem Baiji-Delfin, der seit 2016 leider als ausgestorben gilt.

Der Soziale: Tucuxi-Flussdelfin

Der Tucuxi ist kleiner als der Amazonas-Flussdelfin, aber auch er kommt im Amazonas- und Orinoko-Flussbecken vor. Er ist sehr verspielt und lebt in Gruppen von 10 bis 15 Tieren. Innerhalb dieser gibt es eine sehr hoch entwickelte Sozialstruktur. Außerdem ist der Tucuxi ein wahrer Akrobat: Er ist der einzige Flussdelfin, der wie Delfine im Meer aus dem Wasser springt.

Der Elegante: Irawadi-Flussdelfin

Diese Flussdelfin-Art ist besonders elegant: Zum Atmen streckt sie den Kopf aus dem Wasser und spritzt dabei bis zu 1,5 Meter hohe Wasserfontänen. Damit versuchen Irawadi-Flussdelfine Fische in ihr Revier zu treiben, um sie dann zu jagen. Ihre kleine Rückenflosse ist wie ein Fingerabdruck, durch den man einzelne Individuen erkennen kann. Sie leben unter anderem in Myanmar, Indonesien und Kambodscha. Aber leider sind sie akut vom Aussterben bedroht.

Der Zahnige: Indus-Flussdelfin

Der Indus-Flussdelfin ist gut an das Leben in schlammigen Flüssen angepasst. Seine Augen sind sehr klein und Forscher*innen gehen davon aus, dass er nur Lichtstufen erkennen kann. Charakteristisch sind seine scharfen Zähne: Sie helfen ihm dabei, Muscheln und Shrimps zu knacken und zu fressen. Nur mehr weniger als 2.000 Indus-Flussdelfine gibt es weltweit. Vor allem im unteren Teil des Indus in Pakistan sind sie zu finden. Staudämme sorgen dafür, dass sie leider nicht auf ihre lebenswichtigen Wanderungen gehen können.

Der Neue: Ganges-Flussdelfin

2021 haben Wissenschaftler*innen den Ganges-Flussdelfin als eigenständige Art anerkannt. Ursprünglich galten Ganges- und Indusdelfine als eine Art. Laut Schätzungen gibt es noch etwa 5.000 Ganges-Flussdelfine, von denen die meisten in Indien und im gleichnamigen Fluss Ganges leben. Dort werden sie auch „Susu“ genannt – abgeleitet von dem Geräusch, das sie beim Atmen machen. Ganges-Flussdelfine sind ein wichtiger Indikator, der anzeigt, ob das Ökosystem eines Flusses gesund ist oder nicht.

Willst du mehr über Flussdelfine lesen? Hier gibt es weitere Infos.