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Grillsaison ist Billigfleisch-Saison

So meidest du Billigfleisch und bringst Klimaschutz auf deinen Grill

14. Juni 2022

Ein lauer Sommerabend mit Freunden. Man sitzt im Garten bei einem kühlen Getränk zusammen. Daneben brutzelt schon das leckere Abendessen. Doch was liegt auf dem Grill? In Österreich ist es viel zu oft billiges Importfleisch. Denn besonders zur Grillsaison locken Supermärkte mit Rabatten auf Fleisch, insbesondere mariniertem Grillfleisch, das zumeist aus ausländischer Billigproduktion stammt. Das Problem daran: Das fördert den ohnehin schon viel zu hohen Fleischkonsum, der gravierende Auswirkungen auf unsere Umwelt und unser Klima hat.

Die Ergebnisse der WWF-Rabattanalyse

Bereits zum vierten Mal in Folge hat der WWF für einen Monat die Flugblätter von sechs verschiedenen Supermarktketten unter die Lupe genommen und analysiert wie stark Fleisch und andere Grillprodukte rabattiert werden. Das Ergebnis: Im Untersuchungszeitraum wurden 297 Fleischprodukte verbilligt angeboten. Schon jedes dritte rabattierte Grillfleisch stammte aus dem Ausland – im letzten Jahr war es noch jedes fünfte.  Bei fast allen Angeboten handelt es sich um konventionelle Waren (96 %). Biofleisch selbst wird hingegen kaum angeboten. Nur jedes zehnte Grillprodukt in den Prospekten ist vegetarisch oder vegan. Das Fazit von WWF-Ernährungsexpertin Hannah-Heidi Schindler: „Die aktuelle Preispolitik erschwert eine klimafreundliche Entscheidung.“

Das Problem mit dem Fleischkonsum

Was wir essen hat enorme Auswirkungen auf unseren Planeten: Besonders der Konsum von tierischen Produkten, allen voran Fleisch, ist maßgeblich für die Klimakrise und das Artensterben verantwortlich. Denn die Tiere, die wir essen oder deren Milch/ Eier wir verzehren, brauchen Futter. Das Tierfutter – meist Soja – wird in der Regel in Südamerika angebaut, wo Regenwald und andere Ökosysteme für Ackerflächen unwiederbringlich zerstört werden.

Besonders bei Grillfleisch sind die Produktionsbedingungen oft intransparent. Denn bei verarbeiteten Produkten wie Grillwürsten oder mariniertem Fleisch ist in Österreich eine Herkunftsangabe nicht verpflichtend. So landet billiges, im Ausland unter geringeren Qualitäts- und Tierwohlstandards produziertes Fleisch unerkannt auf den österreichischen Grillern.

Das bedeutet: Je mehr veggie wir essen, desto schonender ist es für Natur & Klima. Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, sollte daher weniger und dafür besseres Fleisch essen. Wie du beim Einkauf die beste Wahl triffst, erfährst du im WWF-Fleischratgeber.

Politik muss klimafreundliche Anreize setzen

Um das Problem zu lösen, muss auch die Politik aktiv werden und die richtigen Anreize setzen, denn wir brauchen klimafaire Preise. Einerseits braucht es ein grundlegendes Umdenken im Handel und eine öko-soziale Ernährungswende von der Politik. Die Bundesregierung muss den klimaschädlichen Billigfleisch-Irrsinn eindämmen und im Gegenzug ressourcenschonende Lebensmittel stärker unterstützen. Besonders wichtig dafür sei eine verpflichtende Kennzeichnung aller Fleischprodukte nach Herkunft und Tierwohl im Handel und in der Gastronomie. Zusätzlich wäre angesichts der hohen Teuerung eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte wünschenswert.

WWF-Grilltipps: So bringst du Klimaschutz auf den Grill

Was kann also statt dem vormarinierten Fleisch oder den billigen Würstln grillen? Auch hier gilt: Je mehr veggie, desto besser. Hier unsere Tipps, wie du deine Grillage klimafreundlicher gestalten kannst.

Zucchini vom Grill

Tipp 1: Ein bunter Grill

Statt einem Überangebot an Fleisch, lieber mehr Gemüse wie Melanzani, Zucchini oder Maiskolben grillen (am besten fein mariniert). Auch vegane oder vegetarische Grillalternativen können das Angebot erweitern.

Tipp 2: Weniger und dafür besseres Fleisch

Wenn Fleisch auf den Grill kommt, dann zu biologisch produziertem Fleisch greifen.

Tipp 3: Das klassische Grillfleisch mit pflanzlichen Alternativen kombinieren

Lass deiner Kreativität freien Lauf. Biete bunte Spieße mit (Bio-)Fleisch und saisonalem Gemüse an oder vermenge die klassischen Fleisch-Burger mit Getreide oder Pilzen zu einem fleischreduzierten Laibchen.

Eckdaten zur 4. WWF-Rabattanalyse

  • Von 25. April bis 23. Mai wurden die Flugblätter von sechs österreichischen Supermarktketten analysiert.
  • Insgesamt wurden 297 Fleischprodukte verbilligt angeboten. Bei fast allen Angeboten handelt es sich um konventionelle Produkte.
  • Jedes dritte rabattierte Produkt stammt aus dem Ausland.
  • So auch die billigsten Produkte in den Prospekten: 1 Kilo Grillwürstel um 2,99 Euro und ein Kilo Hendlschenkel um drei Euro
  • Am häufigsten haben die Supermärkte Schweinefleisch in Aktion angeboten – mit einem Rekordrabatt von 53,9 %, gefolgt von Geflügel mit 50 % und Rindfleisch mit 36 %.
  • Vegetarische oder vegane Grillprodukte werden in den Prospekten kaum angeboten.
  • Der Fleischkonsum ist in Österreich mit durchschnittlich knapp 61 Kilogramm pro Kopf und Jahr dreimal so hoch wie von den Gesundheitsbehörden empfohlen.

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