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Der WWF-Grillfleisch-Check

Billigfleisch dominiert Angebote der Supermärkte – WWF gibt Tipps für klimafreundliches Grillen

Ein lauer Sommerabend mit Freund:innen im Garten, am Grill brutzelt schon das Abendessen. Doch was liegt auf dem Grill? In Österreich ist es viel zu oft Fleisch. Denn besonders zur Grillsaison locken Supermärkte mit Rabatten – insbesondere auf Fleisch aus dem Ausland und konventionelle Ware aus Österreich.

Auch 2026 hat der WWF wieder die Flugblätter von den Supermarktketten BILLA, BILLA PLUS, SPAR, LIDL, PENNY und HOFER unter die Lupe genommen. Analysiert wurden – im Zeitraum von 18. bis 31. Mai 2026 – knapp 325 Grillfleischprodukte und neun pflanzliche Alternativen wie vegane Würstel.

Konventionelles Import-Fleisch statt pflanzlicher Alternativen im Angebot

Österreichs Supermärkte bewerben in der Grillsaison fast ausschließlich Fleisch aus konventioneller Tierhaltung. Nur fünf Prozent der untersuchten Grillfleisch-Produkte stammen aus biologischer Tierhaltung. Zudem kommen rund ein Drittel der Grillfleisch-Produkte aus dem Ausland oder tragen keine österreichische Herkunftskennzeichnung. Vor allem bei verarbeiteten Produkten wie Würstchen fehlt häufig eine nachvollziehbare Herkunftsangabe. Dadurch ist oft nicht erkennbar, woher das Fleisch stammt und unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden.

Bei dem Großteil des importierten Frischfleisches handelt es sich um Geflügel. Exemplarisch dafür steht ein Aktionsangebot aus dem Untersuchungszeitraum, bei dem die österreichische Landwirtschaft, das Tierwohl und die Umwelt unweigerlich auf der Strecke bleiben: Ein importiertes grillfertiges Huhn wurde um 2,99 Euro pro Kilogramm beworben.

Der Anteil an beworbenen pflanzlichen Grillfleisch-Alternativen fällt mit nur neun von insgesamt 334 untersuchten Produkten besonders gering aus.

Grillfleisch-Angebote tragen zur Naturzerstörung bei

Soja-Futtermittel für konventionelle oder importierte Grillfleischprodukte werden oft auf abgeholzten Flächen in Südamerika angebaut. Artenreiche Lebensräume wie tropische Wälder und Savannen müssen riesigen Monokulturen weichen, in denen massenhaft Pestizide eingesetzt werden. Ein trauriges Beispiel ist etwa die Savannenregion Cerrado in Brasilien, die durch die Sojaproduktion für Futtermittel immer weiter zerstört wird. Auch Fleisch-Produkte aus Österreich tragen dazu bei. Denn trotz österreichischer Herkunftskennzeichnung ist der Einsatz von Übersee-Soja meist nicht ausgeschlossen. Das führt dazu, dass Österreich jedes Jahr etwa 500.000 Tonnen Soja und Sojaschrot importiert. Das meiste Soja aus Südamerika landet in Form von konventionellem Schweinefleisch, importiertem Geflügel und verarbeiteten Produkten wie Grillwürsten in unseren Regalen.

Politik und Handel müssen klimafreundliche Anreize setzen

Der WWF fordert vom Handel, Import-Fleisch schrittweise aus dem Sortiment zu nehmen, das Bio-Angebot auszubauen und österreichische Betriebe dabei zu unterstützen, von Übersee-Soja auf regionale Futtermittel umzusteigen. Zudem fordert der WWF die Politik auf, eine verpflichtende und lückenlose Kennzeichnung von Herkunft und Haltung für alle Fleischprodukte durchzusetzen.

WWF-Grilltipps: So bringen Sie Klimaschutz auf den Grill

Was können Sie also statt der Billig-Hühnerkeule oder der Wurst unbekannter Herkunft auf den Grill legen? Auch hier gilt: Je mehr veggie, desto besser. Hier unsere Tipps, wie Sie Ihre Grillage klimafreundlicher gestalten können.

Zucchini vom Grill

Tipp 1: Ein bunter Grill

Statt einem Überangebot an Fleisch, lieber mehr Gemüse wie Melanzani, Zucchini oder Maiskolben grillen (am besten fein mariniert). Auch pflanzliche Grillalternativen wie Tofu, Tempeh oder Würste aus Pilzen können das Angebot erweitern.

Tipp 2: Weniger und dafür besseres Fleisch

Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, sollte es nur in Maßen zu sich nehmen und in Bio-Qualität aus Österreich kaufen. Wie Sie beim Einkauf die beste Wahl treffen, erfahren Sie im WWF-Foodguide.

Tipp 3: Klassisches Grillfleisch mit pflanzlichen Alternativen kombinieren

Ein erster Schritt kann es sein, das Fleisch zu reduzieren, indem man kreativ wird. Biete bunte Spieße mit Bio-Fleisch und saisonalem Gemüse an oder vermenge die klassischen Fleisch-Burger mit Getreide oder Pilzen zu einem fleischreduzierten Laibchen.

Die Eckpunkte zum WWF-Grillfleisch-Check 2026

  • Für die Analyse hat der WWF Österreich die Flugblätter der heimischen Supermarktketten Billa, Billa Plus, Spar, Lidl, Penny und Hofer im Zeitraum vom 18. bis 31. Mai 2026 untersucht.
  • Insgesamt wurden 334 beworbene Grillprodukte erfasst, darunter 325 Fleischprodukte und lediglich neun pflanzliche Grillfleisch-Alternativen.

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