© WWF Österreich

Lebensmittelverschwendung in österreichischen Haushalten

Was Sie unbedingt über dieses große Umweltproblem wissen sollten.

Dreiviertel der Österreicher*innen finden, dass Lebensmittelverschwendung ein wichtiges Thema ist. Diese Zahl mag wenig überraschend wirken. Der Umgang mit Lebensmitteln ist ein wichtiger Teil unseres alltäglichen Lebens. Gleichzeitig scheint vielen die Relevanz und das Ausmaß der Vergeudung nicht bewusst zu sein. Denn über 1 Mio. Tonnen an genießbaren Lebensmitteln landen in Österreich pro Jahr im Müll. Die Auswirkungen auf das Klima und die Natur sind enorm und unnötig.

Unnötige Lebensmittelverschwendung muss gestoppt werden. Im Auftrag des WWF verfasste das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) einen Bericht. Dieser geht dem Thema Lebensmittelverschwendung in österreichischen Haushalten auf die Spur und zeigt wertvolle Praxistipps auf.

Hier geht’s zur Kurzfassung: WWF Broschüre: Lebensmittverschwendung in österreichischen Haushalten (2020)

Etwa die Hälfte aller vermeidbaren Lebensmittelabfälle entsteht direkt zu Hause. Bis zu 133 Kilogramm genießbarer Nahrungsmittel und zwischen 250 und 800 Euro werden demnach hierzulande in jedem Haushalt jährlich vergeudet. Das hat klare soziale und ökonomische Auswirkungen: Aber auch für Klima und Natur bedeutet jedes Kilogramm Lebensmittel im Müll eine enorme Belastung. In österreichischen Haushalten entsteht somit jährlich eine Menge an vermeidbaren Lebensmittelabfällen von rund 521.000 Tonnen – deutlich mehr als bisher angenommen. Neben Analysen des Restmülls (=157.650 t/a) wurden erstmal Schätzungen anderer Entsorgungswege (wie Biomüll, Kompost, Kanal und Verfütterung an Tiere) hinzugezogen.

Österreich fällt es schwer, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Noch genussfähiges Brot und Gebäck sowie Obst und Gemüse landen besonders häufig im Mist. Gemeinsam machen diese beiden Produktgruppen mehr als die Hälfte an vermeidbaren Lebensmittelabfällen in den landesweiten Küchen aus. Danach folgen mit 12 Prozent Milchprodukte, Käse und Eier und mit 11 Prozent Fleisch, Wurst und Fisch – Produktgruppen mit besonders hohem ökologischem Wert.

Was im Müll landet © WWF Österreich

Der Faktor Zeit spielt dabei eine entscheidende Rolle: Für über 50 % der Österreicher*innen ist Zeitmangel der Hauptgrund für Lebensmittelverschwendung. Dahinter folgt der falsche Lagerplatz, fehlende Koch-Ideen und ein zu hoher Aufwand bei der Verarbeitung. Auch zu wenig Wissen über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln trägt dazu bei, dass der Müllberg stetig wächst. Hinzu kommen große Unsicherheiten bei überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum, bei Schimmelbefall oder wenn Lebensmittel nicht mehr frisch wirken.

Wer Lebensmittel rettet, schützt das Klima.

Gemeinsam können wir mit vielen kleinen Schritten die unnötige Verschwendung von Lebensmitteln stoppen. Davon profitiert unsere Geldbörse, die Gesellschaft, das Klima und die Natur!

Checkliste gegen Verschwendung © WWF Österreich

Entscheidend ist, was wir essen und wie wir damit umgehen. In Österreich werden etwa 20 Prozent des CO2-Fußabdrucks durch die Produktion und den Konsum von Nahrungsmitteln verursacht. Unsere Lebensmittel wurden angebaut und geerntet, mehrmals transportiert, gelagert, oft gekühlt oder verarbeitet und schlussendlich zubereitet. Trotzdem landet etwa 1/3 im Müll. Zirka 16 Prozent der Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf die sinnlose Vergeudung von Essen zurückzuführen. Jedes Kilogramm an wertvollen Lebensmittel im Mist ist somit eine unnötige Belastung für unseren Planeten.
Fleischprodukte verlangen dem Klima besonders viel ab. Fleisch, Fisch und Wurst müssen im Müll ohne Ausnahme tabu sein. Milch- und Molkereiprodukte sowie fertige Speisen brauchen mehr Ressourcen bei der Produktion, was sich wiederum in ihrer Klimawirkung zeigt. Im Vergleich dazu haben Obst, Gemüse und Brot eine geringere Auswirkung, fallen aber mengenmäßig stark ins Gewicht.

Klimawirkung von Lebensmitteln © WWF Österreich

Aber nicht nur im Haushalt landen Lebensmittel im Müll. Vom Feld auf den Teller, also entlang der gesamten Wertschöpfungskette, gehen genussfähige Nahrungsmittel verloren. Neue Schätzungen ergeben für Österreich eine jährliche Menge an vermeidbarer Lebensmittelverschwendung von über 1 Million Tonnen. Sowohl Landwirtschaft also auch Produktion, Handel und die Außer-Haus-Verpflegung tragen Verantwortung für einen achtsamen Umgang mit Nahrungsmitteln. Auch die Politik ist am Zug. Die Österreichische Regierung hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Nachhaltigkeitsagenda dazu verpflichtet, vermeidbare Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Handlungen müssen folgen.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier!

Zur Initiative: Am 2. Mai ist Tag der Lebensmittelverschwendung, denn rechnerisch landen von Jahresbeginn bis zu diesem Tag alle produzierten Lebensmittel im Müll. Der WWF nutzt diesen Anlass, um Lösungen gegen die unnötige Verschwendung aufzuzeigen.

Quelle: Obersteiner, G. & Luck, S. (2020). Lebensmittelabfälle in Österreichischen Haushalten: Status Quo, Wien: Institut für Abfallwirtschaft (ABF-BOKU)

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