© N C Turner/WWF Canon

Tipps: Holz & FSC

Für eine nachhaltigere Waldwirtschaft braucht es nicht nur strenge Gesetze und Kontrollen, sondern auch möglichst strenge Zertifizierungssysteme. Damit es beim Kauf von Holz- und Papierprodukten eine bessere Orientierung gibt.

 

In einem sind sich alle Fachleute einig: Die weltweite Waldwirtschaft muss auf allen Ebenen ökologisch nachhaltiger werden, damit der Raubbau an der Natur eingedämmt wird und es wieder mehr Artenvielfalt gibt. Neben strengen Gesetzen und mehr Kontrollen braucht es dafür auch nachvollziehbare Zertifizierungssysteme, um in einem ersten Schritt zumindest ökologische Mindest-Standards zu garantieren. Zudem erhält damit die Öffentlichkeit eine bessere Orientierung beim Kauf von Holz- und Papierprodukten. Eines muss dabei aber auch klar sein: Ein perfektes System gibt es derzeit nicht. Das bekannte FSC-System hat zwar im weltweiten Vergleich anspruchsvollere Kriterien formuliert als andere Siegel, steht selbst aber auch in der Kritik. Daher fordert der WWF konkrete Verbesserungen und setzt sich für strengere Kontrollen ein. Auf Basis unserer Initiative hat das zuständige FSC-Gremium der Holzindustrie Schweighofer (heute: HS Timber Group) das FSC-Zertifikat im Februar 2017 aufgrund einer Involvierung in illegalen Holzhandel entzogen. In einem anderen Fall hat der WWF Deutschland Defizite aufgedeckt. Hier geht es zum Artikel des WWF Deutschland.

Klar ist: Werden Missstände bekannt, muss der FSC rasch handeln. Zusätzlich fordern wir, dass der FSC seine Standards verbessern und Fehlentwicklungen selbst aufdecken und bekämpfen muss. Darüber hinaus muss die Politik starke Waldgesetze schaffen und strenge Kontrollen durch die zuständigen nationalen Behörden garantieren. Auch in Österreich gibt es hier große Defizite, wie die schlechte Umsetzung der EU-Holzhandelsverordnung belegt.

Sozial und umweltverträglich bewirtschaftete Wälder – was bedeutet das?

Das sind Wälder, in denen Holz zwar gefällt wird, die Vielfalt der Pflanzen und Tiere aber erhalten bleibt und Rücksicht auf die sozialen Interessen der Menschen genommen wird. Die Vorstellung, ein zertifizierter Wald sei völlig unberührte Natur, trifft jedoch nicht zu. Es ist definitiv Wald, der aufgrund der weltweiten Holznachfrage bewirtschaftet wird, dies muss aber im Idealfall unter strengen Prinzipien und Kriterien erfolgen, die den Wald als Ökosystem langfristig erhalten. Zusätzlich dazu müssen deutlich mehr Wälder als bisher unter einen strengen Schutz gestellt werden – weltweit, in Europa und Österreich.

Wofür steht die Abkürzung FSC genau?

Für Forest Stewardship Council. Der FSC – 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio gegründet – ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation. Er führt Unternehmen aus der Holz- und Forstwirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften, weitere Vertreter der Zivilgesellschaft und indigene Völker zusammen. Alle am Wald beteiligten Interessensgruppen sind gleichberechtigt anerkannt. Dieses Konzept spiegelt sich in der Struktur wider: Keine der drei Kammern kann überstimmt werden.

Ist FSC ein Tropenholz-Siegel?

Nein. Das FSC-Gütesiegel gilt weltweit. Es gibt also auch heimisches FSC-Holz.

Wieso zertifizierte Produkte kaufen?

Weil sie zumindest bestimmte Mindest-Standards auf dem weltweiten Holzmarkt festlegen. Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass es aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes weiterhin Verbesserungsbedarf gibt. Daher setzt sich der WWF dafür ein, den FSC weiterzuentwickeln. Denn eine verantwortungsvollere Waldwirtschaft kann Wälder vor ihrer kompletten Zerstörung bewahren. Sie schafft dauerhaft ausreichend Einkommen, sichert Arbeitsplätze und Steuereinnahmen und verhindert so beispielsweise die Umwandlung von Wäldern in Palmölplantagen oder Sojafelder.

Wofür setzt sich der WWF in Österreich ein?

In Österreich sind heute vielerorts nur noch naturferne, monotone Forste zu finden, die weniger Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten und besonders anfällig für die Folgen der Klimakrise sind. Daher braucht es ein Umdenken, wie wir mit dem Ökosystem Wald umgehen, damit der Wald in Österreich zukunftsfit für Mensch und Natur wird. Dazu braucht es ein ambitioniertes Programm mit dem Ziel, unsere Wälder als aktuell größte Kohlenstoffsenke in Österreich zu erhalten und ihr volles ökologisches Potential auszuschöpfen. Unsere zwölf Vorschläge für eine ökologische Waldwende sind unter diesem Link abrufbar.

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