Was ist Wildnis?

Natur im ursprünglichsten Sinn

Das Wort “wild” bedeutet ursprünglich “eigenwillig”, “selbstbestimmt” oder “unkontrollierbar”. Eine Landschaft ist wild, wenn die Natur hier ihren Lauf nehmen darf – selbstbestimmt und vom Menschen unbeeinflusst. Ist das Gebiet groß genug, heißt es „Wildnis“.

Eine Idee aus dem „Wilden Westen“

Die Wildnis-Idee und damit der Gedanke dass Wildnis für den Menschen wichtig ist, entstand in den USA. Ab dem Jahr 1864 entwickelte sich dort eine Bewegung zum Schutz der Wildnis, die 1924 zur Einrichtung des ersten Wildnisgebiets führte und 1964 mit dem „Wilderness Act“ die gesetzliche Grundlage für ein nationales Wildnisprogramm schuf. Das Ergebnis dieses Programms ist das weltweit größte System von Wildnisgebieten – es besteht derzeit aus 756 Gebieten mit einer Gesamtfläche von 43,8 Millionen Hektar (= das entspricht ungefähr 5 Mal der Fläche Österreichs).

Nach und nach wurde die Wildnis-Idee auch international aufgegriffen: Es wurde eine eigene IUCN-Schutzgebietskategorie eingerichtet – die Kategorie „Ib Wilderness“, die eine vollkommene Außernutzung-Stellung zum Schutz des Gebiets bedeutet.

Im europäischen Kontext, der durch kleinteilige alte Kulturlandschaften geprägt ist, wurde das Thema erst sehr spät aufgegriffen: Erst in den 1990er-Jahren reifte erstmals das Bewusstsein, dass nicht nur Arten und Ökosysteme schützenswert sind, sondern auch unbeeinflusste natürliche Abläufe und Naturphänomene. Der WWF spielte dabei eine wichtige Rolle und wird auch in Zukunft für den Schutz der letzten unberührten Gebiete eintreten.

Einzigartige Lebensräume mit Seltenheitswert

Wildnis bietet rund 15.000 heimischen Arten – darunter Insekten, Käfern, Pilzen und Flechten – eine Heimat und ist deswegen für die Biodiversitätserhaltung essentiell. Diese Organismen sind auf Totholz und alte Bäume angewiesen. Wildnis bedeutet auch, dass natürliche Prozesse wie Lawinen- und Murenabgänge, Hochwässer und Insektenbefall stattfinden dürfen.

Wildnis, © by G. Egger/WWF AT
Wildnis, © by G. Egger/WWF AT

Unberührte Landschaften sind durch die lange Siedlungsgeschichte und den steigenden Nutzungsdruck, wie Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und anderen Infrastrukturmaßnahmen selten geworden. Wildnis ist sicherlich der bedrohteste Naturschatz in unserem Land. Es braucht Schutzprogramme, die einerseits diese Gebiete langfristig vor Nutzung sichern und andererseits Flächen mit hohem Wildnispotential wieder „verwildern“ lassen.

Wildnisgebiet Dürrenstein_Rothwald, © by Anton Vorauer/WWF
Wildnisgebiet Dürrenstein_Rothwald, © by Anton Vorauer/WWF

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