© M. Zika / WWF Österreich

Wildnis in Österreich

Unberührte und naturnahe Gebiete in Österreich

Dürrenstein: Österreichs einziges Wildnisgebiet

Derzeit gibt es in Österreich nur ein ausgewiesenes Wildnisgebiet, und zwar in den Göstlinger Alpen beim Dürrenstein (NÖ) rings um den einzigen echten Urwaldbestand Österreichs („Urwald Rothwald“, 420 Hektar). Schrittweise wurde die geschützte Fläche erweitert – bis auf aktuell 3.400 Hektar. Seit 2003 ist das Gebiet unter IUCN – Schutz gestellt: Der Rothwald befindet sich unter dem Schutz der IUCN Kategorie Ia – strict nature reserve. Die restliche Fläche ist nach der IUCN Kategorie Ib ein Wildnisgebiet. Trotzdem: Die Fläche des Wildnisgebietes entspricht nur 0,03% des österreichischen Staatsgebiets.

Zusätzlich gibt es in Österreich noch andere Schutzgebietstypen, die auf Nicht-Eingreifen („non-intervention management“) und damit dem Wildnisgedanken nahe kommen, wie etwa die Kernzonen der Nationalparke oder der Biosphärenparke und auch die Naturwaldreservate und andere Naturschutzgebiete, die auf Bundeslandebene eingerichtet und etabliert sind. Jedoch gibt es hier erheblichen Verbesserungsbedarf hinsichtlich des Managements der Schutzgebiete und auch die Größe mancher Landschaften lässt keinen vollständig freien Ablauf zu, weshalb sie derzeit vor allem als wichtige Trittsteine in einem potenziellen österreichweiten „Wildnis-Netzwerks“ gesehen werden können.

Wildnis im Karwendel

Wildnis in Österreich?

Herausforderung für Gesellschaft, Naturschutz und Naturraummanagement in Zeiten des Klimawandels

Zusätzlich zur GIS-Modellierung befragte der WWF im Rahmen einer Studie eine Reihe von Experten aus den Bereichen Forstwirtschaft, Forschung, Naturschutz und Schutzgebietsmanagement.
Einig waren sich die Experten über das große Potenzial, auch bei Wildnisentwicklungsgebieten (Flächen, die sekundär zu Wildnis werden können). Wichtig war den Fachleuten jedenfalls, dass Anrainer bei der Errichtung von Wildnisgebieten vor Naturgefahren bestmöglich geschützt werden. Auch bedeutend sind ein Ausschluss von Nachteilen auf die Forstwirtschaft (Stichwort Insektenkalamitäten) und die Nutzung im Sinne des Naturtourismus. Im Vorfeld, bei Planung und Vorbereitung, sollen möglichst alle Betroffenen und Interessensvertreter miteingebunden werden und eine ehrliche und offene Diskussion stattfinden.
Klar war auch, dass für die Erhaltung von Teilen der Artenvielfalt Wildnis unverzichtbar sein wird.

 

Alpine Wildnis (c) M. Zika / WWF Österreich

Was tut der WWF?

Der WWF Österreich setzt sich dafür ein, die letzten unberührten Gebiete zu schützen.

Die 5 Ziele des WWF-Wildnisprogramms bis 2025

  • Auf mindestens 84.000 Hektar (= 1 % der österreichischen Staatsfläche) sind neue Wildnisgebiete nach IUCN 1b eingerichtet.
  • Der Wildnischarakter der österreichischen Nationalparke ist gestärkt.
  • Wildnis ist eine anerkannte Schutzgebietskategorie in Österreich, die rechtlichen Grundlagen für das Nichteingreifen in natürliche Prozesse sind geschaffen.
  • Alle noch unerschlossenen Räume im Hochgebirge sind als Ruhegebiete wirksam geschützt und werden dauerhaft frei von Straßen, Kraftwerken, Skipisten, Seilbahnen etc. gehalten.
  • Die wertvollsten alt- und totholzreichen Waldbestände Österreichs sind durch ein Netzwerk von Waldreservaten dauerhaft geschützt und durch Korridore miteinander verbunden.

 

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