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Fotostrecke: Diese Arten können wir gemeinsam vor dem Aussterben retten

Es ist erschreckend: Bis zu 1 Million Arten könnten in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Doch zum Glück ist es für viele bedrohte Arten noch nicht zu spät. Denn unsere Erfahrung zeigt, dass sie sich dort, wo gezielte Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, wieder vermehren können. Ob einer der ältesten Fische der Welt oder der seltene Amur-Leopard: Wir zeigen dir Arten, die wir gemeinsam vor dem Aussterben retten können!

1. Siamesisches Süßwasserkrokodil

Einst war das Siamesische Süßwasserkrokodil in ganz Südostasien verbreitet. Doch Anfang der 1990er Jahre verschwand die Art aus einem Großteil seines Verbreitungsgebiets. Am häufigsten kommt das Siamesische Süßwasserkrokodil noch in Kambodscha vor. Die weltweite Gesamtpopulation beträgt maximal 1.000 geschlechtsreife Tiere, von denen laut Schätzungen nur 200 bis 400 Exemplare in freier Wildbahn leben. Große Bedrohungen für das Siamesische Krokodil sind etwa der Verlust seines Lebensraums und zerstörerische illegale Fischereimethoden. Aber auch die Wilderei, die durch den illegalen Wildtierhandel angeheizt wird und früher der Versorgung von Krokodilfarmen diente, ist eine Gefahr für diese sehr seltene Art.

Im Jahr 2021 machte ein Forschungsteam des WWF und des kambodschanischen Umweltministeriums einen sensationellen Fund: Sie entdeckten 8 junge Siamesische Süßwasserkrokodile im Srepok Wildlife Sanctuary im Osten Kambodschas. Davor gab es zehn Jahre lang keinen fotografischen Beweis für die Fortpflanzung der Art. Gemeinsam mit dem kambodschanischen Umweltministerium überwacht der WWF die Population weiterhin und schützt den Lebensraum durch regelmäßige Boots- und Fußpatrouillen.

2. Stör

Sie haben die Dinosaurier überlebt und existieren schon seit mehr als 200 Millionen Jahren: Störe sind eine faszinierende Art. Doch alle verbliebenen 25 Störarten sind mittlerweile bedroht und zwei Drittel davon stehen bereits kurz vor dem Aussterben. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN sind Störe sogar die meistgefährdete Artengruppe überhaupt. Denn die Lebensräume der Störe werden immer weiter zerstört und verbaut. Vor allem die Versperrung ihrer Wanderrouten in den Flüssen sorgt dafür, dass Störe in Mitteleuropa immer seltener werden. Die Tiere können Querbauwerke wie Wehre und Schleusen nicht überwinden. Auch die meisten einstigen Laichgebiete und Lebensräume für Jungfische wurden verbaut.

Doch durch Maßnahmen wie Renaturierungen von Flüssen und Dam Removal besteht noch eine Chance für diese Art – der WWF setzt sich vehement dafür ein! Außerdem führte der WWF Rettungsaktionen durch, bei denen Störe angesiedelt wurden. So wurden etwa 2019 mehr als 25.000 Störbabys bei Belene/Bulgarien in der Donau freigelassen. Sie konnten den sehr kleinen Bestand an Waxdick-Stören in dem Gebiet stärken.

3. Engelshai

Sie wachsen nur langsam, werden spät geschlechtsreif und bekommen kaum Jungtiere: Engelshaie sind im Mittelmeer eine seltene Art. Leider ist die Art mittlerweile sogar vom Aussterben bedroht, denn Überfischung und der Verlust von Lebensraum schaden den Beständen enorm. Da Engelshaie in flachen Küstengewässern leben sind sie leider besonders anfällig für solche Bedrohungen.

Nachdem der WWF 2019 einen der letzten Zufluchtsorte der Engelshai in Kroatien entdeckt hat, arbeiten wir nun mit Fischer:innen zusammen, damit diese sie bei Beifang freilassen. Außerdem arbeiten wir an der Ausweisung eines neuen Schutzgebietes!

4. Breitmaulnashorn

10 Jahre lang ist die Zahl der Breitmaulnashörner stetig gesunken. 2023 ist sie zum ersten Mal wieder gestiegen – und zwar um gut 5 % auf insgesamt rund 16.800 Tiere. Eine weitere gute Nachricht: Die Naturschutzorganisation African Parks hat das größte Nashornzucht-Projekt der Welt erworben. Mehr als 2.000 Breitmaulnashörner sollen ausgewildert werden. Diese positiven Nachrichten geben Hoffnung!

Seit über 35 Jahren setzt sich der WWF über den Kenya Wildlife Service (KWS) und mit lokalen Partnern für den Schutz der Nashörner in Kenia ein. Im Jahr 2022 wurde in Kenia kein einziger Vorfall von Nashornwilderei gemeldet. Und es wird noch besser – Anfang Jänner gab es im kenianischen Lake Nakuru National Park Nashorn-Nachwuchs. Maimuna, ein seltenes Breitmaulnashorn, hat dort ein Kalb zur Welt gebracht. Positive Nachrichten, die für neue Hoffnung sorgen!

5. Saiga-Antilope

Nach jahrelangen intensiven Schutzbemühungen ist die in Zentralasien lebende Saiga-Antilope nicht mehr vom Aussterben bedroht. Die Population in Kasachstan, wo 98 % aller Saigas leben, ist in den vergangenen Jahren von knapp 40.000 auf rund 1,3 Millionen Tiere gestiegen. Und auch in der Mongolei erholten sich die Bestände. Die Art ist sehr anfällig für Krankheitsausbrüche und war in den letzten Jahren wiederholt von Massensterben betroffen. Dass sich die Art nun erholen konnte, führt die IUCN auf umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung von Wilderei zurück.