September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
Rettungsaktion: WWF lässt 25.000 junge Störe in der Unteren Donau frei
Wildlebende Störe sind vom Aussterben bedroht – dramatische Lage der Urfische erfordert sofortiges Handeln – Österreichische WWF-Unterstützer ermöglichten diese Aktion
Diese Woche führt der WWF eine ambitionierte Artenschutzaktion durch: Mehr als 25.000 Störbabys des Waxdick (Acipenser gueldenstaedtii) werden bei Belene/Bulgarien in der Donau freigelassen. Sie sollen den dort noch lebenden, sehr kleinen Bestand an Waxdick-Stören stärken. Diese Störart ist mittlerweile so selten, dass Experten eine Bestandsstützung als dringend notwendige Maßnahme für das Überleben der Art beurteilen. Die kleinen Störe wurden in einer Aquakulturanlage unter Bedingungen aufgezogen, die den natürlichen ähnlich sind. Eine genetische Untersuchung der Elterntiere stellte sicher, dass es sich um Nachkommen von Wildstören aus der Donau handelt.
„In den nächsten Tagen werden die jungen Störe einen geeigneten Futterplatz finden und noch ordentlich wachsen, bevor sie sich flussabwärts auf den Weg zum Schwarzen Meer machen“, erklärt Jutta Jahrl, Leiterin des internationalen Störprojekts beim WWF. Störe sind langlebig und vermehren sich nur wenige Male in ihrem Leben. „Im Schwarzen Meer wachsen die Störe und werden geschlechtsreif. Es wird mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis die jetzt freigelassenen Störe dann wieder in die Donau zurückkehren um sich fortzupflanzen“, so Jahrl.

WWF informiert Fischer und Behörden
Derzeit besteht ein völliges Verbot der Störfischerei in der Unteren Donau und im Schwarzen Meer. Jedes Produkt von Wildstören aus der Donau ist illegal. Dennoch werden die kostbaren Fische wegen enorm hoher Schwarzmarktpreise immer noch Opfer der Wilderei. Der WWF informiert daher die Behörden vor Ort über die Gesetzeslage und über die dramatische Situation wildlebender Störe. Fischer stromabwärts werden aufgefordert, die jungen Störe vor versehentlichem Beifang zu schützen. „Die stacheligen Körper können sich leicht in Fischernetzen verfangen. Wenn sie sofort wieder in den Fluss entlassen werden, nehmen sie keinen Schaden“, erklärt Jahrl.
Donau beherbergt die letzten lebensfähigen Stör-Vorkommen in der EU
Waxdick-Störe gehören zu den acht Störarten, die es in Europa noch gibt. Zumindest vier von ihnen – Sterlet, Hausen, Sternhausen und Waxdick – haben in der Donau überlebt. In den letzten Jahrzehnten haben die Fischerei und der Handel mit Kaviar und Fleisch von gewilderten Stören die Bestände enorm reduziert. Außerdem schneiden Wasserkraftwerke den Stören den Weg zu ihren Laichgebieten ab. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass die 27 wildlebenden Störarten heute die am stärksten vom Aussterben bedrohten Artengruppe der Welt sind.
Der WWF Österreich leitet seit vielen Jahren länderübergreifende EU-Projekte zum Schutz der Störe in der Unteren Donau. Die Freilassungsaktion in Bulgarien wurde durch Spenden von Unterstützerinnen und Unterstützern des WWF Österreich finanziert.
Weitere Informationen: https://danube-sturgeons.org/
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen










