Karte: Nachweise von Wölfen in Österreich

Infos zur geographischen Verbreitung der Wölfe

In Österreich wurden in den Jahren von 2009 bis 2015 jeweils zwischen zwei und sieben Wölfen genetisch nachgewiesen. Bei diesen Individuen handelt es sich um Durchzügler, die aus den Karpaten, aus der Schweiz und Italien sowie  aus dem slowenisch-kroatischen Raum stammen und auf der Suche nach neuen Lebensräumen unser Staatsgebiet erreichen. Immer wieder waren aber auch Tiere dabei, die sich über einen längeren Zeitraum bei uns niedergelassen haben, die aber plötzlich wieder verschwunden sind. Das kann einerseits daran liegen, dass die Wölfe weitergewandert sind, andererseits hat es vermutlich auch schon illegale Abschüsse gegeben.

Spätestens mit Beginn 2016 haben sich in Allensteig ein Weibchen und ein Männchen niedergelassen. Dieses Paar hat dann im Mai 2016 erstmals für Nachwuchs in Österreich seit mehr als 100 Jahren gesorgt. Der Nachweis gelang erst im August 2016, als die Wolfsfamilie mit ihren vier Jungwölfen in eine Fotofalle lief.

Mehr Infos: Was mache ich, wenn ich einem Wolf begegne?

Geographische Verbreitung

Wölfe haben ursprünglich einen Großteil der nördlichen Hemisphäre besiedelt. In weiten Teilen Europas, das einst flächendeckend von Wölfen besiedelt war, wurde der Wolf in den letzten 200 Jahren allerdings ausgerottet. Wie kaum eine andere Tierart wurde er mit enormer Vehemenz und Kompromisslosigkeit verfolgt. Grund dafür war die Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Wölfe ernähren sich vorwiegend von mittelgroßen und großen Wiederkäuern, wobei sie nicht nur wildlebenden Arten nachstellen, sondern auch entsprechende Haustiere erbeuten, wenn ihnen dazu Gelegenheit geboten wird oder keine andere Nahrungsquelle zur Verfügung steht. Mit der sich ausbreitenden Landwirtschaft und der parallel dazu laufenden Verdrängung bzw. Übernutzung von Wildtieren spielten Haustiere eine immer größere Rolle im Beutespektrum des Wolfes. Dies verschärfte das Bestreben den Wolf auszurotten.

Unter dem anhaltenden Verfolgungsdruck kam es Ende des 19. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa zum Erlöschen der letzten Wolfsbestände. Damals befanden sich die Schalenwildbestände auf einem historischen Tiefpunkt, die Landwirtschaft und Viehhaltung war bis in entlegenste Winkel vorgedrungen und relativ breiten Bevölkerungsschichten stand eine modernes Arsenal an Waffen-, Fallen und Giftködern zur Verfügung. Im Osten und Süden Europas (u.a. in Polen, der Ukraine, Russland, Griechenland, Rumänien, Italien und der Iberischen Halbinsel) konnte er überleben.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts nehmen die Wolfbestände allerdings wieder zu und das Verbreitungsgebiet des Wolfes in Europa vergrößert sich allmählich wieder. Die Gründe für diese Trendwende liegen in einer veränderten Einstellung der Gesellschaft dem Wolf gegenüber, in nachlassendem Verfolgungsdruck, in erfolgreichen Schutzbemühungen, in einer stärker naturschutzorientierten Gesetzgebung und in der massiven Zunahme der Schalenwildbestände.

Durch das Ansteigen der Wolfspopulationen in den umliegenden Nachbarstaaten ist auch eine natürliche Rückkehr nach Österreich in Gang gekommen. Der steigende Populationsdruck bewirkt, dass zunächst einzelne Tiere auf der Suche nach neuen Lebensräumen umherstreifen. Seit einigen Jahren erreichen deshalb Wölfe aus den Karpaten, aus der Schweiz und Italien sowie aus dem slowenisch-kroatischen Raum unser Staatsgebiet. Anfang 2016 hat sich dann ein Paar auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig niedergelassen und auch gleich für Nachwuchs gesorgt.

Mehr Infos zum Wolf:

 

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