Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
EU-Renaturierungsgesetz: WWF begrüßt Einigung im europäischen Parlament
Die Naturschutzorganisation WWF Österreich begrüßt die heutige Entscheidung des Europäischen Parlaments für das EU-Renaturierungsgesetz (Nature restoration law). “Auch wenn der Gesetzestext stark verwässert wurde, ist die Verordnung ein wichtiger Meilenstein”, sagt WWF-Biodiversitätssprecher Joschka Brangs. “Die Wiederherstellung der Natur ist eine der dringlichsten Aufgaben der nächsten Jahrzehnte – ohne intakte Ökosysteme gibt es keine fruchtbaren Böden, kein sauberes Trinkwasser, keine saubere Luft und schlittern ungebremst in die Klimakrise.” Der WWF fordert daher die Bremser in der Bundesregierung und unter den Bundesländern dazu auf, den Weg für den endgültigen Beschluss des Gesetzes im Rat freizumachen und sich auf die Umsetzung vorzubereiten. “Es geht dabei auch um die Glaubwürdigkeit Europas”, sagt Joschka Brangs. “Mit der Unterzeichnung des Weltnaturabkommens hat sich die EU zur Wiederherstellung der Natur verpflichtet. Die weltweit ersten verbindlichen Wiederherstellungsziele könnte die Union zum Vorbild für andere Staaten machen.”
Das EU-Renaturierungsgesetz genießt großen Rückhalt in der Bevölkerung, wie eine vom WWF Österreich in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des market-Instituts zeigt. Darin geben mehr als drei Viertel der Befragten an, dass der Schutz und die Wiederherstellung der Natur für sie von zentraler Bedeutung sind. “Intakte Flüsse, Moore, Wälder und weitere Ökosysteme sind unsere wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise. Daher müssen sie auf allen Ebenen besser geschützt und wo notwendig saniert werden”, sagt Joschka Brangs vom WWF. Denn die Natur steht massiv unter Druck: So sind in Österreich beispielsweise mehr als 80 Prozent der europarechtlich geschützten Arten und Lebensräume in keinem günstigen Erhaltungszustand, während der Bodenverbrauch im Schnitt bei 12 Hektar pro Tag liegt. Nur noch 14 Prozent der heimischen Flüsse sind in einem guten ökologischen Zustand, 90 Prozent der ursprünglichen Moorfläche sind bereits zerstört.
Hintergrund
Das Nature Restoration Law beinhaltet neue, rechtsverbindliche Ziele zur Renaturierung von Land- und Meeresökosystemen, wie zum Beispiel von Wäldern, Schutzgebieten in schlechtem Zustand, Ökosystemen in der Stadt und in der Agrarlandschaft, sowie zur Renaturierung von Flüssen und zum Schutz von Bestäubern. Es ist das ökologische Herzstück des European Green Deal.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.
WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung
Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
EU-Klimaresilienz: 34 Organisationen fordern Vorrang für naturbasierte Lösungen
Offener Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – Städte- und Gemeindeverbände, Wasserversorger und Fischerei fordern Natur als Europas „erste Verteidigungslinie“
Good News: So viele Seeadler-Paare wie noch nie in Österreich
Neuer Rekord in Österreich: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten gezählt werden. Ihr Lieblingsplatz ist das Waldviertel.
WWF zu CloudHQ: Großrechenzentren brauchen verpflichtenden Umweltcheck
Umweltschutzorganisation begrüßt UVP für 6,7-Hektar-Projekt in Leopoldsdorf – WWF fordert einheitliche Bundesregeln statt Fleckerlteppich










