Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Der erste Weißstorch ist am Sonntag um 16:00 Uhr in Marchegg gelandet – drei Wochen früher, als noch vor 20 Jahren üblich war. Damit setzt sich der Trend zu einer immer früheren Ankunft der Tiere aus ihren südlichen Winterquartieren fort. Der Grund dafür ist wahrscheinlich die Erderwärmung: die Störche profitieren von verhältnismäßig milden Bedingungen im letzten Teil ihrer langen Reise. In den nächsten Wochen werden weitere Tiere aus ihren Winterquartieren eintreffen und ihre angestammten Nester in den alten Eichen des WWF-Reservats, auf dem und rund um das Schloss und in der Umgebung wieder beziehen. „Mit dem ersten Storch kehrt in Marchegg nicht nur ein vertrauter Anblick zurück, sondern auch ein wichtiges Zeichen dafür, dass das Schutzgebiet für diese bedrohte Art ein wichtiger Lebensraum ist“, sagt WWF-Experte Jurrien Westerhof. Das vergangene Jahr verlief für die heimischen Störche erfolgreich: Mit 49 Brutpaaren und insgesamt 125 Jungvögeln erreichte der Bestand 2025 stabile Zahlen. Der positive Trend bei der Anzahl der Jungvögel setzte sich fort.
Auenreservat Marchegg ideal für Störche
Auch heuer finden die Störche in und um Marchegg geeignete Lebensbedingungen vor – trotz des sehr trockenen Winters. Ein wichtiger Faktor ist die extensive Beweidung der Auen mit halbwilden Konik-Pferden. Sie halten die Vegetation vielfältig und schaffen damit ein reiches Nahrungsangebot an Insekten. „Das erleichtert den Störchen die Nahrungssuche und wirkt sich positiv auf den Bruterfolg aus“, sagt Westerhof. Zusätzlich wurden in den vergangenen Jahren mehrere Kunsthorste errichtet, die von den Störchen gut angenommen werden. Storchennester werden oft über Jahrzehnte hinweg genutzt, gepflegt und stetig erweitert. Insgesamt stehen den Tieren derzeit bis zu 60 Horststandorte in den Auen des WWF-Schutzgebietes und im Stadtgebiet von Marchegg zur Verfügung.
Um die Storchenpopulation langfristig im gesamten March-Thaya-Gebiet zu sichern, fordert der WWF weiterhin gezielte Maßnahmen zur Wiederherstellung der Flusslandschaft. „Die Auen brauchen wieder mehr Wasser, damit sie auch außerhalb von Marchegg als Lebensraum für Störche erhalten bleiben“, sagt WWF-ExperteJurrien Westerhof.
Bilder hier.
News
Aktuelle Beiträge
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt









