Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Beim „INN-Aktionstag“ engagierten sich am Samstag rund 60 Freiwillige in Tirol, Bayern und der Schweiz für den Naturschutz entlang des Inns. Dies geschah unter dem Dach des Artenschutz-Projekts INNsieme connect. In Tirol organisierte die Naturschutzorganisation WWF ein Cleanup im Schutzgebiet Völser Innau. „Unser Ziel ist es, den Inn wieder zu einer Lebensader für Mensch und Natur zu machen. Wir wollen die Bevölkerung entlang des Dreiländerflusses für diesen wertvollen Lebensraum begeistern und zum Anpacken einladen”, sagt Marianne Götsch, stellvertretende Projektleiterin INNsieme connect beim WWF Österreich.
Partnerorganisationen aus Tirol, Bayern und der Schweiz beteiligten sich an der Aktion. Im Europareservat Unterer Inn in Bayern führte die Umweltstation Naturium am Inn ein “Ramadama” durch, um gemeinsam mit Freiwilligen das Gebiet von Müll und Unrat zu befreien. “Der Müll sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch gefährlich für die einzigartige Natur am Unteren Inn”, sagt Dorena Buchmeier, Leiterin des Naturium am Inn. Mehr als 300 Vogelarten und verschiedene Kleinsäuger leben im Europareservat. Diese können sich an Dosen und Glasscherben verletzen. „Es macht uns große Freude, dass sich im Interreg-Projekt INNsieme connect drei Länder vereint haben und an diesem Tag entlang des Inns angepackt wird. So kann jeder an seinem Wohnort seinen Beitrag für eine bessere Umwelt leisten“, sagt Dorena Buchmeier.
Wertvolle Lebensräume und seltene Arten stehen auch im Fokus am Schweizer Inn. Die Organisation Pro Terra Engiadina lud zum Freischneiden der vom Aussterben bedrohten Ufertamariske ein. Diese Pionierart besiedelt Kiesbänke entlang dynamischer Alpenflüsse. Wachsen diese zu, wird die Ufertamariske verdrängt. Auch geschützte Vogelarten wie der Flussuferläufer oder der Flussregenpfeifer brauchen offene Kiesbänke zum Brüten. Ausgestattet mit Scheren und Handschuhen rücken die Schweizer Freiwilligen daher zur Landschaftspflege in der Aue Strada am Inn aus. Angelika Abderhalden von Pro Terra Engiadina erklärt: „Auen am Inn bieten wichtige Lebensräume für seltene Arten. Projekte wie INNsieme connect helfen, diese Lebensräume, als auch Menschen über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.”
Über INNsieme connect
Gemeinsam für den Inn – das ist das Motto von INNsieme connect, der Fortsetzung des erfolgreichen Projekts INNsieme (2019–2022): Partnerorganisationen mehrerer Länder kommen zusammen, um den Inn als wertvollen Lebensraum für Mensch und Natur zu stärken und ein Netzwerk für den Schutz des Inns zu schaffen. Dabei werden Maßnahmen zum Artenschutz, zur Umweltbildung und zur Planung konkreter Renaturierungen am Inn und seinen Zubringern umgesetzt. Ermöglicht wird dies durch die Kofinanzierung der Europäischen Union im Rahmen des Förderprogramms Interreg Bayern–Österreich 2021–2027 sowie durch die Förderung durch das Land Tirol.
Bilder von der Aktion sind hier zu finden.
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