Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
Letzte Chance: WWF-Appell an BP Fischer und BK Faymann
Wien, Freitag, 11. Mai 2012 – WWF, Greenpeace und Avaaz starten eine weltweite Aktion zur Rettung des Regenwaldes am Amazonas. Nachdem das brasilianische Parlament vor zwei Wochen eine Lockerung des strengen Forstgesetzes beschlossen hat, appellieren die Umweltschützer an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff dem Gesetzentwurf ihre Unterschrift zu verweigern. „Nur ein vollständiges Veto der Präsidentin kann die Kettensägen stoppen, punktuelle Änderungen wären zu wenig“, betont der WWF-Lateinamerikareferent Roberto Maldonado. Der WWF Österreich appelliert in zwei Briefen an Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann sich persönlich für ein Veto von Rousseff einzusetzen. „Es sind nur noch zwei Wochen Zeit“, so der WWF.
Der WWF, Greenpeace und Avaaz befürchten, dass die geplanten Gesetzesänderungen die jüngsten Erfolge bei der Bekämpfung der Regenwaldzerstörung zunichte machen. Brasiliens Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IPEA) schätzt, dass durch die neue Gesetzgebung der Waldverlust auf 765.000 Quadratkilometer steigen könnte. Bis zu 28 Milliarden Tonnen CO2 würden dadurch in die Atmosphäre gelangen und den Klimawandel weiter anheizen. Die Organisationen kritisieren auch die im Gesetz enthaltene geplante Amnestie für illegale Waldrodungen. Sie würden Umweltkriminelle von der Strafverfolgung befreien und der brasilianischen Staatskasse entgehen Bußgelder in Höhe von 4,8 Milliarden US Dollar.
Schon jetzt haben mehr als 1,5 Millionen Menschen weltweit die Petition gegen das geplante Waldzerstörungsgesetz unterzeichnet. Die drei Organisationen, die zusammen von rund 22 Millionen Menschen unterstützt werden, hoffen, dass die Zahl der Unterzeichner in den nächsten Tagen noch stark ansteigt. Bereits jetzt haben Hundertausende den Aufruf in Social-Media-Kanälen verbreitet: Auf Twitter wird der Appell über #SOSBrazil und #VetaTudoDilma vervielfacht. Zudem posten Facebook-Nutzer Botschaften auf die Internetseite der regierenden Arbeiterpartei (Partidodos Trabalhadores), der auch Dilma Rousseff angehört.
Bislang hält sich die brasilianische Präsidentin jedoch bedeckt. Bis zum 25. Mai muss sie entscheiden dem Gesetzentwurf ganz oder in Teilen zu widersprechen oder ihn durchzuwinken. “Präsidentin Rousseff steht unter massivem Druck von Leuten, die den Wald für kurzfristige Gewinne niederbrennen wollen. Wir bitten sie dringend, sich stark zu machen für den Schutz der Wälder und ihrer Ressourcen, die lebenswichtig sind für alle Brasilianer und für die Welt“, erklärte Jim Leape, Generaldirektor des WWF International. „Wir appellieren an Dilma Rousseff, den visionären Weg zu wählen und zu zeigen dass sie versteht, dass mit Macht auch Verantwortung einhergeht“, sagte Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International. „Fast 80 Prozent der Brasilianer wollen diesen katastrophalen Gesetzesvorschlag entsorgt sehen. Präsidentin Rousseff hat die Wahl das Todesurteil des Amazonas zu unterschreiben oder die Lungen der Erde zu schützen und als Heldin daraus hervorgehen“, sagte Ricken Patel, Geschäftsführer von Avaaz.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
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