22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Massen-Fischsterben aufgeklärt: WWF fordert rasche Dotierung der Unteren Lobau
Anlässlich eines aktuellen „Krone“-Berichts über die Ursachen des massenhaften Fischsterbens in der Unteren Lobau fordert der WWF die rasche Dotierung der bedrohten Auengewässer. Laut dem im Bericht zitierten Gutachten starben die Fische infolge eines massiven Sauerstoffdefizits. Dieses sei vor allem durch eine Kombination aus Niedrigwasser, langanhaltender Eisdecke und der Freisetzung von Faulgasen aus der Schlammschicht der Gewässersohle entstanden. Aus WWF-Sicht verdeutlichen die Ergebnisse den massiven Wassermangel in der Unteren Lobau und vor allem auch die fehlende Durchströmung, der solches Fischsterben wahrscheinlicher macht. „Das sollte ein Weckruf für die Wiener Stadtregierung sein. Wenn sie nicht bald vom Reden ins Handeln kommt, werden tragische Massensterben künftig häufiger auftreten. Ohne Rettungspaket droht die Untere Lobau zu vertrocknen und völlig zu verschlammen“, sagt WWF-Experte Michael Stelzhammer.
Viele Gewässer verlanden zunehmend und verlieren ihre Verbindung zum Grund- und Donauwasser. Dadurch fehlt der natürliche Nachschub an sauerstoffreichem Wasser. Der WWF fordert daher die rasche Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Dynamisierung der Wasserverhältnisse und zu einer naturnahen Durchströmung der Unteren Lobau. Dazu zählt vor allem eine Weiterleitung von Wasser aus der Oberen in die Untere Lobau, um ausgetrocknete Bereiche kurzfristig zu revitalisieren. In weiterer Folge sind eine bessere Anbindung an die Donau sowie die Zugabe von Schotter ins Donaubett notwendig, um den Wasserspiegel anzuheben und die Au im gesamten Nationalpark wieder besser mit Wasser zu versorgen. Der Bau einer Wasseraufbereitungsanlage für die Trinkwasserbrunnen in der Lobau würde dabei zusätzlich die Sicherheit für die Trinkwasserversorgung der Stadt erhöhen.
Die Naturschutzorganisation kritisiert vor allem den Stillstand bei der Umsetzung. „Im Vorjahr hat die Stadt erneut eine Studie beauftragt, obwohl die notwendigen Lösungen seit Jahren auf dem Tisch liegen“, sagt Michael Stelzhammer. „Was muss eigentlich noch alles passieren, bevor ein Wiener Naturjuwel wie die Untere Lobau vor dem Vertrocknen gerettet wird?“
Pressebilder zum Fischsterben, zur Unteren Lobau sowie von WWF-Experte Michael Stelzhammer finden Sie hier
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz










