Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Fehlende Klimapolitik entwickelt sich zunehmend zu einem Risiko für die Staatsfinanzen, wie eine neue Studie der Ökonomin Sigrid Stagl im Auftrag des WWF zeigt. Demnach können zunehmende Extremwetterereignisse, fossile Preisschocks und unterlassene Investitionen in Klimaschutz Inflation, Wachstum und öffentliche Budgets erheblich belasten. Die Studie warnt vor einer gefährlichen Dynamik aus Klimaschäden, sinkenden Staatseinnahmen und steigenden Finanzierungskosten. Angesichts des Doppelbudgets fordert der WWF daher, Klimarisiken deutlich stärker in die Budgetpolitik einzubeziehen.
„Aus ökonomischer Sicht sind die Kosten des Nichthandelns erheblich“, sagt die Ökonomin und Studienautorin Sigrid Stagl. „Klimabedingte Schäden, fossile Preisschocks und steigende Anpassungskosten belasten Unternehmen, Haushalte und öffentliche Finanzen. Investitionen in Klimaschutz und Anpassung erhöhen dagegen die wirtschaftliche Resilienz und reduzieren langfristige Budgetrisiken.“
Die Analyse zeigt, dass sich klimabedingte Risiken über mehrere zentrale Kanäle entfalten: Physische Schäden durch Extremereignisse führen zu zusätzlichen öffentlichen Ausgaben und können gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit schwächen. Preis- und Versorgungsschocks wirken auf Inflation und Kaufkraft. Darüber hinaus berücksichtigen Finanzmärkte Klimarisiken zunehmend bei der Bewertung staatlicher Kreditwürdigkeit, was Auswirkungen auf Finanzierungskosten haben kann.
„Das Doppelbudget muss die Klimakrise als wirtschaftliche Realität anerkennen. Die eigentliche Budgetfrage lautet nicht, wie viel Klimaschutz kostet, sondern wie teuer fehlende Vorsorge wird. Hochwasser, Dürren und andere Extremereignisse belasten das Budget bereits heute massiv und die Folgekosten werden weiter steigen“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer.
Die Analyse von Sigrid Stagl betont, dass eine wirksame Klima- und Transformationspolitik nicht allein über die Finanzpolitik gelöst werden kann, sondern auch klare ordnungspolitische Rahmenbedingungen braucht. Maßnahmen wie ein wirksames Klimaschutzgesetz, die Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes sowie der schrittweise Ausstieg aus Öl und Gas seien entscheidend, um langfristige wirtschaftliche und fiskalische Risiken zu reduzieren. Das Doppelbudget könne dabei einen wichtigen Beitrag leisten, indem es notwendige Rahmenbedingungen und Investitionen absichert. Der WWF sieht daher die gesamte Bundesregierung in der Verantwortung, Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik wirksam zu reduzieren.
Ein zentraler Hebel liegt laut Studie in einer ambitionierten Reform von „klimakontraproduktiven“ Subventionen, Förderungen und Anreizsystemen. Zusätzlich könnten regulatorische Instrumente und die öffentliche Beschaffung mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz strukturelle Wirkungen entfalten. Zugleich unterstreicht die Analyse die positiven makroökonomischen Effekte klimarelevanter Investitionen, die durch Multiplikatoreffekte zur Stabilisierung von Wachstum und Staatseinnahmen beitragen.
Der WWF fordert daher den Abbau umweltschädlicher Subventionen in Milliardenhöhe sowie eine stärkere Verankerung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Doppelbudget. Dazu zählen zum Beispiel Investitionen in Energieeffizienz oder Renaturierungsmaßnahmen. „Umfassender Klimaschutz zahlt sich mehrfach aus. Das Doppelbudget muss diese Chance nützen, anstatt die Rechnung der Klimakrise an kommende Generationen weiterzureichen“, sagt Viktoria Auer vom WWF.
Aktuelle Bilder von Sigrid Stagl und Viktoria Auer sowie die gesamte Studie hier.
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