Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Neue Umfrage: Große Mehrheit fordert strengere Bodenschutz-Maßnahmen
Wien, am 28. November 2025 – 76 Prozent der österreichischen Bevölkerung wünschen sich „strengere Gesetze und Maßnahmen gegen die Verbauung der Landschaft und den Bodenverbrauch“. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des market-Instituts für den WWF. Die konkrete Frage nach einer verbindlichen Obergrenze beim Bodenverbrauch befürworten ebenfalls rund drei Viertel der Befragten (kumuliert 74 Prozent „auf jeden Fall“ und „eher schon“). „Die Bevölkerung erwartet sich mit deutlicher Mehrheit wirksame Schritte gegen die Bodenversiegelung. Daher sollte die Bundesregierung dem Thema endlich die notwendige Priorität einräumen und mit den Ländern einen Bodenschutz-Vertrag verhandeln“, sagt WWF-Bodenschutz-Sprecher Simon Pories. Denn auf market-Nachfrage halten nur 20 Prozent der Mitte November Befragten die Anstrengungen der Politik für ausreichend. Über zwei Drittel (66 Prozent) sind gegenteiliger Meinung, während sich 14 Prozent keine Bewertung zutrauen.
„Bodenschutz ist der Bevölkerung ein wichtiges Anliegen. Dafür gibt es auch Mehrheiten über Parteigrenzen hinweg”, sagt market-Studienleiterin Birgit Starmayr zur repräsentativen Umfrage unter 1.000 online Befragten. Auch in allen Altersgruppen und Bundesländern zeigen sich hohe Zustimmungswerte zu einer Bodenverbrauchs-Obergrenze und generell strengeren Maßnahmen. Der „Verlust von wertvollen Lebensräumen für Tier- und Pflanzenarten“ macht der Bevölkerung laut der market-Studie am meisten Sorgen, wenn es um die Einordnung mehrerer Folgen der Bodenversiegelung geht. Über 40 Prozent sorgen sich demnach auch um die Verstärkung von Überschwemmungen. An dritter Stelle reiht sich der Verlust fruchtbarer Äcker (34 Prozent), gefolgt von stärkeren Hitzewellen im Sommer (31 Prozent).
Zur Wahrnehmung ihrer Wohnumgebung gaben 63 Prozent der Befragten an, dass in den letzten Jahren die Verbauung von „zu viel“ oder „eher zu viel“ Fläche erfolgt sei, während gerade einmal fünf Prozent angeben, dass noch mehr verbaut werden könnte. „Mit vagen Lippenbekenntnissen und lückenhaften Regelungen lässt sich der Flächenfraß nicht aufhalten. Das befeuert den anhaltenden Wildwuchs an Gewerbeparks, Straßen und Siedlungen“, kritisiert WWF-Experte Simon Pories die ambitionslose Politik sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. „Kosmetische Maßnahmen kommen bei der Bevölkerung nicht an, es braucht ein strukturelles Umdenken.“ Dazu zählt laut WWF neben einer grundlegenden Reform der Raum- und Verkehrsplanung auch eine Ökologisierung des Steuersystems inklusive Streichung umweltschädlicher Subventionen sowie eine Naturschutz-Offensive.
Über die Umfrage
Für die aktuelle Umfrage hat das Marktforschungs-Institut market im Auftrag des WWF 1.000 Personen online befragt, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren (Schwankungsbreite: +/- 3,16 Prozent; Befragungszeitraum 10. bis 15. November 2025).
Grafiken und weitere Details zur Umfrage gibt es hier.
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