Umweltschutzorganisation nennt drei Messlatten für die COP31: Fossilausstieg, Entwaldungsstopp und Abbau fossiler Subventionen – WWF fordert Umsetzung auch in Österreich
Neue Zahlen zum Bodenverbrauch: WWF fordert dringend verbindliche Obergrenze für Flächenfraß

Heute veröffentlichte das Umweltbundesamt die Auswertung der Bodenverbrauchszahlen für das Jahr 2021: Demnach wurden in Österreich im Durchschnitt der letzten drei Jahre täglich rund 11,3 Hektar wertvoller Grün- und Freiräume durch den Bau von Straßen, Parkplätzen, Logistikzentren und anderen Bodenfressern zerstört – das ist mehr als das Vierfache des offiziellen “Nachhaltigkeitsziels” der Bundesregierung von 2,5 Hektar Bodenverbrauch pro Tag, kritisiert die Naturschutzorganisation WWF. “Die Zahlen zeigen, dass trotz der verheerenden Folgen noch immer viel zu wenig getan wird. Statt weiterer Lippenbekenntnisse müssen Bund und Länder endlich wirksame Maßnahmen setzen, um den Flächenfraß zu bekämpfen”, fordert Simon Pories, Bodenschutzsprecher beim WWF Österreich. Besonders verheerend an der neuen Statistik: Der Versiegelungsgrad der verbrauchten Böden ist im Vorjahr von rund 40 auf 58 Prozent gestiegen – das ist der Anteil, der endgültig mit Asphalt oder Beton überzogen wird. “Der überbordende Flächenfraß ist einer der größten Treiber der Biodiversitäts- und Klimakrise. Er verstärkt Naturkatastrophen, gefährdet die Gesundheit der Menschen und führt nicht zuletzt zu einem enormen Energieverbrauch”, warnt Simon Pories. Der WWF fordert daher eine verbindliche Obergrenze von maximal einem Hektar pro Tag für den Flächenfraß.
Der WWF fordert Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig dazu auf, in der längst überfälligen Bodenschutzstrategie gemeinsam mit Ländern und Gemeinden eine Obergrenze auszuverhandeln und umzusetzen, um den Bodenverbrauch zu beschränken. “Wir brauchen keine weiteren Papiertiger, sondern einen klaren Fahrplan mit verbindlichen Regelungen und Maßnahmen. Ansonsten gibt es auch in Zukunft zu viele Schlupflöcher für die Verbauung des Landes”, so Pories. Neben einem Bodenschutz-Vertrag fordert der WWF eine Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems, eine Naturschutz-Offensive sowie den Abbau der milliardenschweren umweltschädlichen Subventionen. Die Bundesregierung hat im Regierungsprogramm und beim Bodenschutz-Gipfel im Herbst 2021 versprochen, den Bodenverbrauch bis 2030 um 80 Prozent zu senken.
Verbraucht und versiegelt
Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als den Verlust biologisch produktiver Böden durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen. Im Jahr 2021 wurde deutlich mehr als die Hälfte davon (58 Prozent) versiegelt, also mit einer wasserundurchlässigen Schicht überzogen.
News
Aktuelle Beiträge
WWF schlägt Alarm: EU-Kommission setzt Natur- und Artenschutz aufs Spiel
EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen










