In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
WWF birgt tonnenweise tödliche Geisternetze aus dem Mittelmeer
Jährlich landen rund elf Millionen Tonnen Plastik im Meer. Bis zu einer Million Tonnen davon sind Fischereiausrüstung wie zum Beispiel alte Netze, warnt die Umweltschutzorganisation WWF anlässlich eines Lokalaugenscheins in Kroatien. Diese sogenannten “Geisternetze” werden zu tödlichen Fallen für Meeresbewohner. “Geisternetze sind die gefährlichste Form von Plastikmüll im Meer. Delfine, Haie, Rochen und andere Meerestiere verfangen sich in ihnen und erleiden einen langsamen und qualvollen Tod. Die Kadaver locken weitere Tiere an, die sich beim Fressen verheddern – ein tödlicher Teufelskreis”, sagt WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides, die sich vor kurzem als erfahrene Taucherin selbst ein Bild von der alarmierenden Lage vor Ort gemacht hat. Neben der direkten Gefahr für Meeresbewohner, sich in den Netzen zu verheddern oder an Plastikteilen zu ersticken, zerstören Geisternetze auch ganze Korallenriffe. Außerdem lösen sich Geisternetze mit der Zeit auf und zersetzen sich letzten Endes zu Mikroplastik, das auch für Menschen riskante Folgen haben kann – denn über die Nahrungskette gelangt Mikroplastik auf unsere Teller.
Gemeinsam mit dem WWF Kroatien ist der WWF Österreich im Mittelmeer, rund um die Insel Molat, bei der Bergung von Geisternetzen und Plastikmüll im Einsatz. “Allein bei unserer letzten Mission haben wir fast eine Dreiviertel Tonne Plastik aus dem Meer gefischt”, berichtet Andrea Johanides. “Die Menge an Geisternetzen, die wir hier selbst auf kleinstem Raum vorgefunden haben, ist sehr besorgniserregend. Denn das Gebiet rund um die Insel Molat ist ein wertvoller Lebensraum mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt, darunter Korallen und mehrere Hai- und Rochenarten. Daher arbeiten wir aktuell daran, diese Region zu einem Meeresschutzgebiet zu machen – damit wir das Problem an der Wurzel packen”, sagt WWF-Mittelmeerexpertin Simone Niedermüller.
Die Tauchgänge zur Entfernung der Geisternetze sind riskant, körperlich enorm anstrengend und höchst aufwändig: “Pro Tauchgang können zwei Personen rund 100 bis 250 Kilogramm an Geisternetzen bergen. Das Lösen der Netze in bis zu 40 Meter Tiefe erfordert viel Erfahrung und Ausdauer beim Tauchen”, erklärt WWF-Expertin Simone Niedermüller. Die Netze müssen unter Wasser freigeschnitten, mit Hebe-Ballons an die Oberfläche gebracht und per Boot eingesammelt werden. Seit dem Projektstart im vorigen Jahr konnten rund 1,5 Tonnen Geisternetze nördlich der Insel Dugi Otok und rund um die Insel Molat geborgen werden. Der Großteil davon waren Kiemennetze (ca. 1,3 Tonnen), sowie eine erhebliche Menge an Reusen (ca. 200 kg). Dafür waren rund 40 Bergungstaucheinsätze notwendig und zahlreiche weitere zur Lokalisierung und Kartierung der Geisternetze vorab. Ziel des WWF ist es, bis zum Jahr 2028 jährlich rund eine Tonne aus dem kroatischen Mittelmeer zu bergen.
News
Aktuelle Beiträge
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus










