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Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Wien/Peking/Kathmandu, am 29. Juli 2026 – Anlässlich des heutigen Welttags des Tigers zieht die Artenschutzorganisation WWF eine gemischte Bilanz: Jahrzehntelange Schutzbemühungen zeigen zwar punktuelle Erfolge – so zum Beispiel die heute veröffentlichten Zahlen aus Nepal und China: demnach streifen inzwischen 429 Tiger durch das Gebirgsland. Und auch im Nordosten Chinas gibt es einen leichten Anstieg der wild lebenden Tiger. Dennoch leben weltweit nur noch knapp 5.500 Tiger in freier Wildbahn. Wilderei und der illegale Handel mit Tigerkörperteilen zählen weiterhin zu den größten Bedrohungen. Hinzu kommen der Verlust und die Zerschneidung ihres Lebensraums sowie zunehmende Konflikte zwischen Menschen und Tigern. „Tiger sind weltweit stark bedroht – die letzten wild lebenden Tiere drohen aufgrund von Naturzerstörung und Wilderei komplett zu verschwinden. Um sie besser zu schützen, braucht es internationale Zusammenarbeit beim Schutz, aber auch bei der Verbrechensbekämpfung”, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin.
Der WWF fordert daher verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Wilderei. „Auch Europa und Österreich sind gefordert, den illegalen Handel mit Tigern und ihren Körperteilen zu stoppen. Denn immer wieder werden im EU-Binnenmarkt Produkte mit Teilen geschützter Tiere angeboten, darunter auch Präparate aus Großkatzen wie Tigern”, sagt Georg Scattolin vom WWF. Die Wildtierkriminialität ist längst kein Nischenthema des Naturschutzes mehr, sondern ein weltweit organisiertes Verbrechen. Vor allem die Verlagerung des illegalen Handels in Internet und die zunehmende Haltung von Tigern in Tigerfarmen bereiten den Artenschützern Sorgen. Außerdem stellen große Lücken bei der Strafverfolgung in Südostasien eine große Herausforderung für den Schutz von wilden Tigern dar.
Anstieg der Populationen in China und Nepal geben Hoffnung
Der Anstieg in Nepal ist das Ergebnis von konsequentem Schutz der Tiger-Lebensräume, verstärkter Maßnahmen gegen Wilderei sowie einer engen Zusammenarbeit zwischen Behörden, lokalen Gemeinden und Naturschutzorganisationen wie dem WWF. „Die Entwicklung in Nepal ist ein starkes Signal der Hoffnung für den globalen Artenschutz. Sie zeigt, dass sich Investitionen in den Schutz bedrohter Arten auszahlen und eine Trendumkehr möglich ist, wenn Regierungen, Bevölkerung und Naturschutz gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt Scattolin. Nach einer – zunächst rasanten – Zunahme der Tiger in den vergangenen Jahren in Nepal (von 121 im Jahr 2009 auf 355 im Jahr 2022) verlangsamt sich das Wachstum nun und geht in eine stabilere Phase über. „Das ist eine natürliche Entwicklung und zeigt, wie wichtig langfristige Investitionen in den Naturschutz sind“, sagt Scattolin.
Auch die neuen Schätzungen aus Chinas nordöstlichem Tiger- und Leoparden-Nationalpark sind ermutigend: Sie verzeichnen 72 wild lebende Amur-Tiger – ein leichter Anstieg gegenüber 70 im Jahr 2024. Damit wächst die grenzüberschreitende Population in den Schutzgebieten in China und im russischen Nationalpark „Land of Leopard“ auf mindestens 147 Amur-Tiger an. „Auch wenn die Tigerpopulationen nach wie vor fragmentiert und unter Druck stehen, zeigen diese Zuwächse, wie nachhaltige Investitionen in Schutzmaßnahmen zu messbaren Erfolgen im Artenschutz führen können”, sagt Scattolin.
Weitere Beispiele für den erfolgreichen Schutz von Tigern sind jüngste Aufnahmen von einem weiblichen Tiger mit fünf Jungtieren in China, oder die kürzlich dokumentierte Wanderung eines Tigers in Thailand. Ein heuer beschlossener Aktionsplan zur Wiederherstellung von Tiger-Lebensräumen in Laos ist ebenfalls ein Lichtblick für den Schutz der letzten wilden Tiger.
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