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Neuer Naturschutzpakt soll Artensterben und Naturverlust aufhalten
Mehr als 60 Staatsoberhäupter und Regierungschefs bekennen sich zu „dringenden und sofortigen Maßnahmen“, um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 umzukehren – Auch Bundespräsident Van der Bellen warnt vor „planetarem Notfall“
New York, 28. September 2020. 65 Staatsoberhäupter und Regierungschefs bekennen sich in einem neuen Naturschutzpakt dazu, den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 aufzuhalten und die Natur besser zu schützen. Zu den hochkarätigen Unterstützer*innen zählen unter anderem Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel, Kanadas Premier Justin Trudeau und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. „Wir befinden uns in einem planetaren Notfall“, warnt die am Montag veröffentlichte Erklärung der Spitzenpolitik: Aufgrund der miteinander verbundenen Krisen des Biodiversitätsverlustes, der Naturzerstörung und des Klimawandels brauche es „dringende und sofortige weltweite Maßnahmen“, so die Forderung.
WWF-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Johanides sieht in der Ankündigung ein „starkes Signal“, das rasch in konkrete Schritte übersetzt werden müsse. „Der Verlust der Artenvielfalt ist schon so weit fortgeschritten, dass unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft und unsere Lebensgrundlagen ernsthaft gefährdet sind. Pandemien, Waldbrände, der Rückgang der Wildtiere und die Klimakrise sind allesamt Symptome eines gestörten Verhältnisses zur Natur. Das muss sich dringend ändern”, sagt Johanides.
Zu den Zusagen des insgesamt zehn Punkte umfassenden Naturschutzpaktes gehören eine Ernährungs- und Konsumwende, neue Schutzgebiete, eine entwaldungsfreie, umweltfreundliche Landwirtschaft sowie der Abbau umweltschädlicher Subventionen. Ebenfalls versprochen wird der stärkere Kampf gegen die Plastikflut in den Ozeanen sowie das Zurückdrängen der Umweltkriminalität. Generell fordern die Unterzeichnenden eine „grüne und gerechte Antwort“ auf die Corona- und Wirtschaftskrise. Dies erfordere auch mehr Geld für den Schutz der Biodiversität und der Ökosysteme.
Naturverlust gefährdet Lebensgrundlagen
Die über 60 unterstützenden Länder repräsentieren rund 1,3 Milliarden Menschen und mehr als ein Viertel des globalen Bruttoinlandsprodukts. Neben Österreich sind darunter auch große europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und das Vereinigte Königreich. In ihrer gemeinsamen Erklärung heben sie hervor, dass der steigende Naturverlust unseren Lebensgrundlagen irreversiblen Schaden zufügt, Armut und Ungleichheit verschlimmert, das Risiko künftiger Zoonosen erhöht und erheblich zur Klimakrise beiträgt. Daher müsse die Natur wieder auf einen nachhaltigen Erholungskurs gebracht werden.
Wie dringend eine Trendwende ist, zeigt der vom WWF veröffentlichte Living Planet Report. Laut diesem Index sind die untersuchten wildlebenden Bestände von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien seit 1970 um durchschnittlich 68 Prozent eingebrochen. Laut UN-Angaben sind ohne Gegenmaßnahmen bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Erst vor zwei Wochen hat der „Global Biodiversity Outlook“ festgestellt, dass die Staatengemeinschaft alle 20 Aichi-Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt verfehlt hat.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
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