2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
Neuer WWF-Bericht: Biber als Schlüsselart in Klima- und Biodiversitätskrise
Anlässlich des Weltbibertags am 7. April macht der WWF Österreich auf die Bedeutung des Biber als Schlüsselart im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise aufmerksam. Ein neuer Bericht der Umweltschutzorganisation zeigt nun die große Bandbreite seiner Leistungen: “Als Ökosystem-Ingenieur gestaltet der Biber seine Umgebung nachhaltig mit. Die von ihm geschaffenen Feuchtgebiete bieten nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern fördern darüber hinaus den Wasserrückhalt in der Landschaft”, sagt WWF-Artenschutzexpertin Sarah Layendecker. Das ist gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse ein riesiger Vorteil, da dadurch sowohl Überschwemmungen, als auch Dürren abgefedert werden. Um seine Wirkung voll entfalten zu können, braucht Europas größtes Nagetier allerdings wieder mehr Platz. “Rund 90 Prozent der Konflikte mit dem Biber treten innerhalb von zehn Metern ab dem Gewässerrand auf”, erklärt Sarah Layendecker vom WWF. “Überlässt man dem Nager zumindest diesen Bereich, kann er einen langfristigen Mehrwert für unsere Gesellschaft bringen.” Der WWF fordert daher mehr Raum für den Biber und unterstützende Maßnahmen für ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Wildtier.
Maßnahmen zur Entschärfung von Mensch-Tier-Konflikten
Der Biber ist hierzulande zwar streng geschützt, doch sein Hang zur Landschaftsgestaltung steht heute vielerorts in Konkurrenz zu menschlichen Nutzungsinteressen wie zum Beispiel der Landwirtschaft. Das führt zu Konflikten, die oft nicht nachhaltig gelöst werden. Stattdessen wird vielfach auch illegal in die Lebensräume oder Bestände des Bibers eingegriffen. Wie der neue WWF-Bericht zeigt, sind solche Maßnahmen jedoch langfristig nicht zielführend und auf Dauer weitaus kostspieliger als die Förderung von Maßnahmen für eine friedliche Koexistenz. Stattdessen braucht es sowohl ein professionelles Management mit Unterstützung von Biberberater:innen, als auch finanzielle Unterstützung für vorsorgende und ausgleichende Maßnahmen. Zu einer Win-Win-Situation führt etwa die Schaffung von für Biber wertvollen Uferrandstreifen, da dadurch der Erd-, Dünger- und Pestizideintrag in die Gewässer verringert wird – und damit auch die Folgekosten, die etwa durch Verschlammung oder Überdüngung entstehen.
Der Biber als Renaturierungs-Gehilfe und Wirtschaftsfaktor
Durch seine einzigartige Lebensweise trägt der Biber zur Renaturierung degradierter oder zerstörter Lebensräume bei und erhöht dadurch die Artenvielfalt. “Das macht den Biber nicht nur zu einem wertvollen Verbündeten bei der Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes, sondern trägt Schätzungen zufolge mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr zur Weltwirtschaft bei”, erklärt WWF-Expertin Sarah Layendecker. Auch andere Ökosystemleistungen, wie der verstärkte Wasserrückhalt, die Speicherung von Treibhausgasen, die verbesserte Wasserreinigung und das Verhindern von Schäden durch Extremwetterereignisse, erbringt der Biber effektiver und kostengünstiger als vergleichbare technische Lösungen. Studien zeigen außerdem, dass sich die Anwesenheit des Bibers positiv auf Tourismus und Naherholungsmöglichkeiten auswirken kann.
Den vollständigen Bericht sowie Bildmaterial zum Biber finden Sie hier zum Download.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.










