September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
Neuer WWF-Bericht zu Lebensmittelabfällen: “Komplexe Lieferketten sind Achillesferse”
Tag der Lebensmittelrettung: Bis 2. Mai landen rechnerisch alle Lebensmittel im Müll. 30 Prozent mehr Abfälle in der Bio-Tonne durch Pandemie. Nationaler Aktionsplan gefordert
Anlässlich des Tags der Lebensmittelrettung am 2. Mai macht die Umweltschutzorganisation WWF Österreich auf die Verschwendung wertvoller Nahrungsmittel während der Corona-Pandemie aufmerksam. Laut einem neuen qualitativen WWF-Bericht haben verändertes Konsumverhalten, Lieferengpässe und mangelnde Planbarkeit vermehrt zu Lebensmittelabfällen an Schwachstellen des Versorgungssystems geführt. „Komplexe Lieferketten sind eine gefährliche Achillesferse – wir müssen daher stärker auf regionale Versorgung und umweltschonende Produktion setzen, um krisensicher zu sein. Der Neustart nach der Coronakrise kann nur gelingen, wenn wir ressourcenschonender wirtschaften”, sagt Olivia Herzog, WWF-Programm-Managerin für nachhaltige Ernährung. Der WWF fordert die Halbierung der Lebensmittel-Abfälle bis 2030 und sieht die Ergebnisse des Berichts als deutlichen Arbeitsauftrag an die Bundesregierung und die Lebensmittelbranche: „Wir können es uns nicht leisten, die Natur und das Klima unnötig zu belasten. Die Bundesregierung muss einen nationalen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung mit verbindlichen Reduktionszielen erarbeiten und ihn gemeinsam mit der Wirtschaft umsetzen.”
Laut der Umweltschutzorganisation gehen in Österreich jährlich rund eine Million Tonnen genießbarer Lebensmittel entlang der Lebensmittel-Lieferkette verloren. Lösungsansätze orten die für den WWF-Bericht befragten Fachleute hauptsächlich bei unflexiblen Bestell- und Lagersystemen, starren Vertriebskanälen und unzureichender Kommunikation zwischen den Sektoren: “Gemüse, das etwa für die Gastronomie bestimmt war, fand während der Pandemie keine Abnehmer*innen. Landwirtschaftlichen Betrieben haben nötige Anlaufstellen gefehlt”, sagt Cornelia Diesenreiter, Geschäftsführerin von Unverschwendet. Eine drastische Reduktion der unnötigen Verluste wertvoller Lebensmittel ist auch im Interesse des Handels, erklärt Herwig Gruber, Geschäftsführer von Kastner: “Der Verderb hat sich 2020 vervierfacht, Gastronomie-Packungen wurden zu Ladenhütern. Eine unserer Lehren aus der Pandemie ist: kleinere Sortimente und mehr Fokus auf österreichische Lieferanten.“

Auch in privaten Haushalten sind im vergangenen Jahr laut Einschätzung der Befragten bis zu 30 Prozent mehr Abfälle in der Biotonne angefallen, die sich aus vermeidbaren Lebensmittelabfällen, Zubereitungsresten und Grünschnitt zusammensetzen.“Essen darf nicht für den Müll sein. Für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem ohne Verschwendung brauchen wir daher eine gemeinsame Kraftanstrengung vom Feld bis zum Teller“, sagt Olivia Herzog vom WWF.
Zum Tag der Lebensmittelrettung
Alle von Jahresbeginn bis zum 2. Mai produzierten Lebensmittel landen rechnerisch im Müll. Da unsere Nahrungsmittelproduktion energieintensiv ist und viel Fläche braucht, geraten Klima und Natur unter Druck, wenn produzierte Lebensmittel nicht gegessen werden. Retten wir Essen, schützen wir Klima, Natur und die Geldbörse.
Der Bericht zum Download: https://bit.ly/3nnWzU6
Rückfragehinweis:
Alexa Lutteri, MA BSc
Pressesprecherin WWF Österreich
+43 676 834 88 240
alexa.lutteri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen







