Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
Neuerlicher Vergiftungsfall im Großraum Zistersdorf
Wien, 25.06.2018 – Die Serie illegaler Greifvogelverfolgungen rund um Zisterdorf (NÖ) reißt nicht ab. Nachdem Passanten im Februar mehrere tote Tiere gemeldet hatten, liegen nun die Untersuchungsergebnisse vor: Eine streng geschützte Rohrweihe sowie eine Hauskatze wurden erschossen, ein Steinmarder vergiftet.
„Die Dreistigkeit, mit der hier Greifvögel und andere Tiere umgebracht werden, ist einfach unglaublich“, berichtet Matthias Schmidt von der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich. Das Gebiet rund um Zistersdorf in Niederösterreich stellt nach wie vor einen Hotspot illegaler Greifvogelverfolgung dar. In keiner anderen Region Österreichs wurden mehr Giftköder und vergiftete Greifvögel aufgefunden. Seit Anfang 2016 kamen nachweislichen 36 Vögel sowie noch ein weiteres Dutzend unter mysteriösen Umständen zu Tode oder verschwanden spurlos. Die meisten von ihnen wurden mit dem Pestizid Carbofuran, das bereits seit vielen Jahren verboten ist, vergiftet. Schmidt: „Trotz Anzeigen, Polizeiermittlungen und Aufklärungsarbeit geht das Morden streng geschützter Tiere munter weiter. Dabei handelt es sich zumeist um Zufallsfunde, die von aufmerksamen Passanten und engagierten Naturbeobachtern gemeldet werden. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein!“
Intensivierung der Anstrengungen dringend erforderlich
Das Problem der illegalen Verfolgung von Greifvögeln durch den Menschen wird seit Jahren von BirdLife Österreich, dem WWF Österreich und anderen Organisationen aufgezeigt. „Es hat immer wieder Gespräche mit Naturschutz- und Jagdbehörden sowie der Politik gegeben, doch bisher haben sich die gesetzten Schritte leider als wirkungslos erwiesen“, kritisiert Schmidt: „Die lokalen Jagdaufsichtsorgane geben sich zumeist unwissend und die Kooperationsbereitschaft ist oft nur gering. Vielmehr müssen wir – aufgrund unserer Erfahrungen der Vergangenheit – vermuten, dass die Täter aus den Reihen der Jägerschaft kommen.“
Forderung nach unabhängigen Kontrollorganen
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das Jagdaufsichtssystem in solchen Problemgebieten oft ungeeignet ist. „Die Hemmschwelle, Hinweise zu illegal getöteten Greifvögeln zu geben, ist noch sehr hoch“, argumentiert Christina Wolf-Petre vom WWF: „Daher wären unabhängige Kontrollen dringend notwendig, etwa über befugte Naturwacheorgane oder über eine externe übergeordnete Jagdaufsicht. Rechtliche Möglichkeiten gibt es, nun liegt es an der Umsetzung!“ Darüber hinaus empfehlen BirdLife Österreich und der WWF, dass innovative Ermittlungsmethoden angewandt werden, wie etwa der Einsatz von Giftspürhunden. Eine Methode welche in den angrenzenden Nachbarländern etabliert und äußerst erfolgreich ist. „Im Rahmen unseres PannonEagle LIFE Projekts haben wir die Möglichkeit, Giftspür-Hunde anzufordern und so die polizeilichen Ermittlungen zu unterstützen,“ erinnert Christina Wolf-Petre. „Dadurch können bereits kleinste Mengen an Gift gefunden und weitere Opfer verhindert werden.“
Neue Wege zur Bekämpfung der Greifvogelverfolgung
„Egal aus welchen Reihen die Täter kommen, es wird Zeit, ihnen das Handwerk zu legen“, fordert Thomas Hansmann, Leiter der NÖ Umweltanwaltschaft: „Es müssen neue, effektivere Wege beschritten werden, um einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Eine externe Jagdaufsicht ist unumgänglich und sollte so bald wie möglich umgesetzt werden!“
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen












