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Neues EU-Projekt: Fünf Tonnen Salz sollen sterbende Lacke im Nationalpark retten
Rettungsversuch für stark gefährdete Seewinkel-Lacken gestartet – Europäische Union und Land Burgenland unterstützen wichtiges Naturschutz-Projekt im Seewinkel
Apetlon, Eisenstadt, am 25. Februar 2021. Der Salzhaushalt vieler Seewinkel-Lacken ist durch die Absenkung des Grundwassers, Entwässerung und künstliche Süßwasserzufuhr massiv gestört worden. Binnen 100 Jahren sind 80 Prozent der ursprünglichen Fläche zerstört worden, was gravierende Folgen für die betroffenen Tiere und Pflanzen im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel hat. Im Zuge eines Rettungsversuchs für die Moschado-Lacke bei Apetlon sind daher am Donnerstag über fünf Tonnen Salz händisch ausgebracht worden. „Die pannonischen Salzlebensräume sind europaweit einzigartig. Um sie langfristig zu bewahren, müssen wir sie weit über den aktuellen Versuch hinaus sanieren. Denn nur ein hoher Grundwasserspiegel fördert die regelmäßige Erneuerung der Salze“, sagen Nationalpark-Forschungskoordinator Harald Grabenhofer und WWF-Experte Bernhard Kohler. „Die Salzzugabe soll lokal schwere Schäden beheben. Die zentrale Herausforderung liegt darin, natürliche Prozesse wiederherzustellen“, betonen die beratenden Fachleute.
Konkret soll das zusätzliche Salz vor allem die Dichtheit des Lackenbodens wiederherstellen, der durch Süßwasser-Zufuhr gelitten hat. „Wir wollen klären, wie sich die lokale Grundwasserentnahme auf den Wasser- und Salzhaushalt von sechs Lacken im Gemeindegebiet von Apetlon ausgewirkt hat und welche Alternativen zur künstlichen Wasserzufuhr bestehen“, sagt Projektleiter Thomas Zechmeister von der Biologischen Station Illmitz. Auch Stefan Biczo, Jagdleiter der Jagdgesellschaft Apetlon II, betont die Bedeutung intakter Lacken: „Wasser bedeutet Leben! Die künstliche Wasserzufuhr alleine ist keine wirkliche Lösung. Vielmehr müssen wir alles daran setzen, dass die Lacken ihren natürlichen Wasser- und Salzhaushalt zurückgewinnen, um sicherzustellen, dass diese auch weiterhin zukünftigen Generationen nicht nur erhalten bleiben, sondern auch nachhaltig genutzt werden können.“
Das 2019 gestartete LEADER-Projekt der Europäischen Union wird vom Land Burgenland kofinanziert. „Das Burgenland unterstützt dieses EU-Projekt ganz bewusst, um einzigartige Naturschätze zu sanieren und langfristig zu erhalten. Das ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von der sowohl unsere Umwelt als auch die regionale Wirtschaft profitieren“, sagt der Landtagsabgeordnete Kilian Brandstätter. Auch Bürgermeister Ronald Payer verweist auf den touristischen Mehrwert: „Je vielfältiger die Naturerlebnisse der Region, desto länger die Aufenthaltsdauer der Nationalpark-Besucher*innen, wovon wiederum unsere Gastronomie und das Gewerbe in Apetlon profitieren.“

Wissenschaftlich begleitetes Projekt
Begleitet wird das LEADER-Projekt von einem wissenschaftlichen Team, zu dem auch der Salzboden-Spezialist Rudolf Krachler von der Universität Wien gehört. „Unser Ziel ist die natürliche Zusammensetzung der Salze in einer intakten Lacke. In zwei Durchgängen bringen wir 4.000 Kilo Soda, 1.000 Kilo Glaubersalz und 325 Kilo Kochsalz aus. Das zeigt, was den Lacken durch die langjährigen Eingriffe verloren gegangen ist“. Den Ankauf der Salze hat die St. Martins Therme & Lodge ermöglicht. „Es ist uns wichtig, wenigstens einen kleinen Beitrag zur Erhaltung der einmaligen Sodalacken zu leisten, um auch in Zukunft beeindruckende Naturerlebnisse bieten und die Gäste für die Region weiterhin begeistern zu können“, sagt Elke Schmelzer, Leiterin des Safari- und Naturerlebnisprogramms der St. Martins Therme & Lodge.

Aktuelle BILDER von der Salzausbringungs-Aktion und von gefährdeten Arten sind HIER abrufbar.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein, Leiter Presse und Kommunikation WWF Österreich
volker.hollenstein@wwf.at; Mobil: +43 664 501 31 58
Dr. Bernhard Kohler, Biodiversitätsexperte WWF Österreich
Mobil: +43 676 83 488 281; bernhard.kohler@wwf.at
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