Naturschutzorganisation unterstützt ÖVGW-Forderung nach Register für Wasserentnahmen, warnt aber vor zu starkem Fokus auf technische Lösungen – Renaturierung, Bodenschutz und Wassersparen zentral für Versorgungssicherheit
Renaturierung: WWF fordert mehr Tempo bei Österreichs Wiederherstellungsplan
Österreich muss bei der Umsetzung des vor mehr als einem Jahr in Kraft getretenen EU-Renaturierungsgesetzes dringend einen Zahn zulegen: Zu diesem Ergebnis kommt eine WWF-Zwischenbilanz des laufenden Prozesses für den Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans, den Österreich im September 2026 der Europäischen Kommission vorlegen muss. „Zentrale Punkte wie die Finanzierung, die umfassende Information der Öffentlichkeit und der notwendigen Ressourcen in den Behörden liegen immer noch im Dunkeln. Das muss sich rasch ändern, damit Österreich einen gut abgestimmten Plan für die Wiederherstellung der Natur bekommt“, sagt WWF-Experte Joscha Brangs. Er fordert daher die Vorlage eines konkreten Fahrplans in den nächsten Wochen, eine bessere Informationspolitik und mehr personelle Ressourcen für die zuständigen Behörden.
Der WWF appelliert an die Bundesregierung und die Bundesländer, die Chancen der Verordnung für die Umwelt und den ländlichen Raum optimal zu nützen. „Eine wiederhergestellte Natur erhöht die biologische Vielfalt, unterstützt den Kampf gegen die Klimakrise und ihre Folgen und sichert langfristig unsere Ernährung in Europa“, sagt Joschka Brangs vom WWF. Um die Chancen der Verordnung optimal zu nützen, brauche es unter anderem auch eine frühzeitige Information und Beteiligung von Grundeigentümern und Landnutzern als Partner in der Umsetzung.
Die Verbesserung und Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme ist laut WWF eine der dringlichsten Aufgaben der nächsten Jahrzehnte – gerade auch in Österreich: Über 80 Prozent europarechtlich geschützter Arten und Lebensräume sind in keinem günstigen Erhaltungszustand. Mehr als die Hälfte der Fließgewässer verfehlt die EU-Kriterien für einen guten ökologischen Zustand. Auch der Großteil der Moore ist in einem bedenklichen Zustand. Bis 2030 müssen auf mindestens 20 Prozent aller geschädigten Land- und Meeresflächen in Europa wirksame Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur gesetzt werden.
Über den Prozess zum Wiederherstellungsplan
Das federführend zuständige Umweltministerium hat mehrere Arbeitsgruppen zur Vorbereitung des Wiederherstellungsplans eingerichtet, an denen unterschiedliche Behörden und Stakeholder beteiligt sind, darunter auch der WWF. Bis dato fehlt jedoch ein transparenter Fahrplan, wie die Ergebnisse der Arbeiten zu einem ambitionierten Wiederherstellungsplan zusammengeführt werden und wie und wo die Öffentlichkeit eingebunden wird.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Landesrechnungshof zeigt massiven Nachholbedarf bei Renaturierung
Naturschutzorganisation fordert mehr Budget, Personal und Tempo bei der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung – Alle Länder sowie Bundesregierung massiv in der Pflicht
Trockenheit in Österreich: BOKU-Studie zeigt Wirkung natürlicher Schutzmaßnahmen
March-Einzugsgebiet im Weinviertel untersucht: Naturbasierte Lösungen sorgen für mehr Bodenwasser, senken Dürre-Risiken und sichern Erträge der Landwirtschaft – WWF fordert „grünes Sicherheitsnetz“ für Österreich
Dürre spitzt Lage zu: WWF warnt vor Austrocknung der Unteren Lobau
Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf
WWF warnt: Drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich mit Niedrigwasser
Extreme Trockenheit setzt Gewässer und Arten stark unter Druck – Besondere Betroffenheit in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten – WWF fordert Schutzpaket für Flüsse
Good News: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun
Spektakuläre Aufnahmen zeigen wie ein Leopard den Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan überwindet. Das gibt Hoffnung für die bedrohte Art.
WWF fordert Sieben-Punkte-Plan gegen zunehmende Dürre
„Österreichs Wasserpolitik nicht klimatauglich“ – WWF fordert mehr Wasserrückhalt, weniger Versiegelung und konsequente Renaturierung – Biber als natürlichen Helfer fördern
Studie der Uni Graz: Fehlende Klimapolitik gefährdet Budgetsanierung
Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai









