EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Schillernde Aussichten für Schmetterlinge
Innsbruck, 19. Mai 2017 – „Schmetterlinge haben in Tirol in den letzten Jahrzehnten dramatische Einbußen erlitten“ schildern die Schmetterlingsexperten Mag. Kurt Lechner und Mag. Alois Ortner. Basierend auf deren Empfehlungen führten das Forstamt der Stadt Innsbruck, die Österreichischen Bundesforste und der WWF in der Kranebitter Innau Pflegemaßnahmen durch, um eine ganze Reihe an wunderschönen Faltern bei der Rückkehr nach Tirol zu unterstützen.
Spezialisierte Arten wie der Große und Kleine Schillerfalter oder der Kleine Eisvogel sind sehr attraktive Schmetterlinge, deren Populationen sich in Tirol bereits stark verkleinert haben. Ihre Raupen benötigen spezielle kleinklimatische Bedingungen sowie die Salweide, die Zitterpappel und die Heckenkirsche als Raupenfutterpflanzen, wobei jede der drei Arten an eine der erwähnten Pflanzenarten gebunden ist.

„Aufgrund der Eintiefung des Inns und flussbaulicher Maßnahmen im Uferbereich, hat sich die Pflanzenwelt in der Kranebitter Innau in den letzten Jahrzehnten verändert“, erklärt Anton Vorauer, Auen-Experte des WWF. Baumarten wie die Fichte, die nicht für Auwälder charakteristisch sind, breiteten sich dadurch stärker aus und verdrängten die ursprünglichen Arten. „In Folge ging die natürliche Zusammensetzung des Waldes und mit ihr wichtige Lebensräume verloren.“ Durch Pflegemaßnahmen will man die Auen Schritt für Schritt wieder in einen naturnahen Zustand zurückführen.
Daher wurden schon im Winter Au-untypische Baumarten wie die Fichte aus dem westlichen Teil der Kranebitter Innau entfernt. In den entstandenen Lichtungen werden nun Jungpflanzen geeigneter Weiden- und Pappelarten gezielt eingepflanzt, um eine gewisse Initial-Bepflanzung zu erzielen. Einige der neu entstandenen Lichtungen sollen auch bewusst der Natur überlassen werden, um die Artenvielfalt zu fördern. „Mit Maßnahmen wie hier in der Kranebitter Au ist es relativ leicht, diesen attraktiven Tagfaltern zu helfen“ erklärt Mag. Lechner.
Die Maßnahmen sind ein Teil von weiteren Verbesserungsvorhaben am Inn und seinen Seitengewässern, die in den nächsten Jahren mit Unterstützung der Abteilung Umweltschutz der Tiroler Landesregierung geplant und umgesetzt werden sollen.
Rückfragehinweis:
Anton Vorauer, Schutzgebietsbetreuer der Tiroler Landesregierung und WWF, 0676 83488 401, toni.vorauer@wwf.at
Martin Hof, WWF Pressesprecher, 0676 83488 306, martin.hof@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn













