Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 121 Wölfe genetisch bestätigt, nach 102 im Jahr davor. Gleichzeitig ist die Zahl der Rudel von neun auf acht gesunken, zudem wurden mit sieben Welpen nur wenige Jungtiere nachgewiesen. Das geht aus dem neuen „Statusbericht Wolf“ des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs hervor. Parallel dazu ist die Zahl der getöteten Wölfe auf mindestens 26 (2024: 14) deutlich gestiegen. „Der Bericht zeigt eine wachsende Zahl an Eingriffen in die Wolfspopulation, eine schwächere Familienstruktur und relativ wenige Jungtiere. Damit sind wir noch weit von einem günstigen Erhaltungszustand der Art entfernt“, sagt WWF-Experte Christian Pichler.
Nachweise von Wölfen gab es aus allen Bundesländern außer Wien. Trotz einer Rekordzahl an behördlich genehmigten Wolfs-Abschüssen (22) im Vorjahr ist auch die Zahl der gerissenen Nutztiere auf 1.181 gestiegen. „Internationale Studien legen nahe, dass Abschüsse keine verlässliche Reduktion von Rissen bewirken, sondern Konflikte vor allem durch Herdenschutz nachhaltig verringert werden können. Das zeigt sich auch in Österreich“, sagt Christian Pichler. Daher fordert der WWF den Ausbau von fachgerechten Herdenschutzmaßnahmen. „Das würde auch Krankheiten und Abstürze reduzieren, an denen jedes Jahr tausende Weidetiere verenden“, sagt Pichler.
Darüber hinaus zeigt der Bericht des Österreichzentrums, dass der Großteil der Nutztierrisse, bei denen Wolfs-DNA nachgewiesen wurde, auf durchziehende Wölfe zurückzuführen ist. Verhaltensforscher weisen darauf hin, dass stabile Wolfsrudel zur Regulierung der Wolfsdichten beitragen, indem sie Reviere besetzen und die Zuwanderung durchziehender Jungwölfe begrenzen. „Die Politik dämonisiert die Bildung von Rudeln häufig. Dabei zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass stabile Rudel langfristig zu einer Beruhigung der Situation beitragen können“, sagt Christian Pichler vom WWF.
Der Biologe verweist auf die Schlüsselrolle der intelligenten und sozialen Tiere im Ökosystem. „Als Beutegreifer hilft der Wolf, übermäßig hohe Wildbestände zu regulieren sowie die Artenvielfalt und die Waldverjüngung zu fördern. Diese Zusammenhänge sollte auch die Politik stärker berücksichtigen“, fordert Pichler.
Das Österreichzentrum Bär Wolf Luchs (ÖZ), das den aktuellen Statusbericht am Donnerstag auf seiner Website veröffentlicht hat, ist die koordinierende Fachstelle von Bund und Ländern für den Umgang mit großen Beutegreifern in Österreich.
Bilder hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava
Tiroler Lech ist Fluss des Jahres!
Sie haben mit Ihrer Stimme entschieden: Der Lech wurde zu Österreichs Fluss des Jahres 2026 gewählt. Auf Platz zwei folgt die Schwarze Sulm, auf Platz drei der Kamp.
WWF-Flusswahl: Lech ist Österreichs „Fluss des Jahres“ 2026
Tiroler Wildfluss gewinnt Online-Voting über neun Flüsse – Schwarze Sulm in der Steiermark auf Platz zwei, Kamp in Niederösterreich auf Platz drei – Naturschutzorganisation fordert dauerhaften Schutz und mehr Renaturierung
WWF: Bund-Länder-Konflikt hinter Leerstellen im Renaturierungsplan
Schlüsselkapitel zu EU-geschützter Natur und Städten ohne Flächenangaben und Maßnahmen – Gesamtausmaß der zu renaturierenden Flächen bis 2030 fehlt – WWF fordert rasche Nachschärfungen
Erstmals Wolfsrudel in Nordtirol nachgewiesen: WWF fordert Abschuss-Stopp
Neue Verbreitungskarte des Österreichzentrums dokumentiert Rudel im Bezirk Landeck – Vier Jungwölfe bei Fiss gesichtet – WWF: Drei Abschussverordnungen sofort aussetzen










