WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
Umweltdachverband, WWF & BirdLife an BM Rupprechter: Machen Sie sich stark für klare EU-Naturschutzrichtlinien!
- Umweltministerrat stellt morgen in Brüssel die Weichen für Europas Natur
- Appell an BM Rupprechter: Sagen Sie NEIN zu „Naturschutz light“ und JA zu europaweit einheitlichen und hohen Standards im Naturschutz
Wien, 15. 12. 2015. Die Natur in Europa ist massiv bedroht: 2015 zeigten gleich drei Evaluierungsberichte, dass das Ziel „günstiger Erhaltungszustand“ noch in weiter Ferne liegt. Die größten Probleme gibt es bei der Umsetzung des Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerkes. BirdLife, WWF und Umweltdachverband appellieren deshalb an Bundesminister Rupprechter, beim morgigen Umweltministerrat in Brüssel ein deutliches Signal zu setzen. „Wir erwarten uns von Umweltminister Rupprechter, dass er vehement und mutig für die Beibehaltung der Natura 2000-Richtlinien eintritt und dies auch öffentlich bestätigt. Nur mit einer konsequenten Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien kann der Erhalt wertvoller Schutzgüter von europäischer Bedeutung gewährleistet werden“, so die drei Umweltorganisationen.
Erreichung der Biodiversitätsziele bis 2020 in weiter Ferne
Der Zustandsbericht über Schutzgüter von europäischer Bedeutung zeigte im April 2015 klar auf, dass sich derzeit 77 Prozent der Lebensraumtypen und fast zwei Drittel der Arten europaweit in einem ungünstigen Erhaltungszustand befinden. Auch die im Oktober 2015 erschienene Beurteilung der EU-Biodiversitätsstrategie bestätigt dieses alarmierende Ergebnis und beweist, dass die Erreichung der Ziele bis 2020 noch in weiter Ferne ist. Schließlich verdeutlichten die im November 2015 veröffentlichten, vorläufigen Ergebnisse des Fitness-Checks der EU-Naturschutzrichtlinien, dass nur große Anstrengungen in der Umsetzung der Richtlinien sowie eine Beseitigung der Finanzierungslücken die Mitgliedstaaten auf den richtigen Weg bringen können. 2016 ist die EU-Kommission daher gefordert, die Rahmenbedingungen für eine gelungene Umsetzung nachhaltig und dauerhaft zu verbessern.
FFH- und Vogelschutzrichtlinie: an etablierten Schutzinstrumenten ist nicht zu rütteln!
Fest steht: Die Fauna-Flora-Habitat- sowie die Vogelschutzrichtlinie sind lange etablierte Schutzinstrumente und leisten bei vollständiger Umsetzung einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Ziele der europäischen Biodiversitätsstrategie 2020. UmweltministerInnen aus elf Mitgliedsstaaten haben diesen Standpunkt bereits an EU-Umweltkommissar Vella kommuniziert. Umweltdachverband, WWF und BirdLife appellieren daher an BM Rupprechter sowie an die für Naturschutz zuständigen Behörden, beim morgen stattfindenden Umweltministerrat in Brüssel klar und deutlich für eine Beibehaltung der Richtlinien einzutreten und den Mehrwert der Naturschutzrichtlinien für föderal organisierte Staaten wie Österreich hervorzuheben.
Natura 2000-Umsetzungsbemühungen sind auch auf nationaler Ebene zu erhöhen!
Die vom BMLFUW 2014 veröffentlichte Biodiversitätsstrategie „Österreich 2020+“ verlangt zur Erreichung der nationalen Ziele bis 2020 etliche Maßnahmen im Bereich Natura 2000. Um das wesentliche Ziel – die Bewahrung der Arten- und Lebensraumvielfalt – zu erreichen, sind Anstrengungen im Gebietsmanagement sowie in der Einrichtung der Schutzgebietsbetreuung zu unternehmen. Angesichts dieser ambitionierten Vorhaben und des immer noch aktuellen Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission gegen Österreich punkto Gebietsausweisung fordern die Projektpartner WWF, BirdLife und Umweltdachverband Bundesminister Andrä Rupprechter dazu auf, die Kommunikation und den Austausch zu und zwischen den Bundesländern ab dem Jahr 2016 verstärkt wahrzunehmen, um die Zielerreichung bis 2020 zu gewährleisten.
Rückfragehinweise:
Umweltdachverband: Dr.in Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/40 113-21, E-Mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
WWF Österreich: Claudia Mohl, Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
BirdLife Österreich: Mag.a Bettina Klöpzig, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mobil: +43(0)699 181 555 65, bettina.kloepzig@birdlife.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













