Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.
„Unser Inn“: Auf zu neuen Ufern!
Wien, am 14. 11. 2007 – Heute präsentierten die Projektpartner von „Unser Inn“ gemeinsam mit Sponsoren aus der Wirtschaft, die erste Rückbaumaßnahme im Rahmen des Masterplans Inn 2010. Der – ehemals von Wasser durchströmte und nun verlandete – Seitenarm bei Radfeld und Kundl wird wieder an den Inn angebunden. Die natürliche Flussdynamik begünstigt die Entstehung neuer, artenreicher Auwälder. „Wir freuen uns nach dem Regierungsbeschluss am 9. Oktober nun bereits die ersten Umsetzungsschritte am Inn präsentieren zu können“, erklären die Projektpartner.
Der Inn ist einer von drei Modellflüssen Österreichs, an denen das Lebensministerium und der WWF konkrete Revitalisierungsmaßnahmen setzen. Die Tiroler Landesregierung hat vor kurzem mit dem „Masterplan Inn“ die Strategien zur künftigen Hochwasserprävention und zur Gewässerentwicklung am Inn beschlossen. Dieses Maßnahmenpaket dient auch der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union, die unter anderem ein Verbesserungsgebot für die Flüsse beinhaltet. "Der Inn ist mit seinen 520 km Länge und seinem Einzugsgebiet der wichtigste Donauzubringer in Mitteleuropa. Es freut mich deshalb ganz besonders, dass wir an diesem auch für Österreich so bedeutenden Fluss nun mit dem "Masterplan Inn" rasch und zukunftsorientiert wichtige Maßnahmen zum verbesserten Hochwasserschutz setzen, aber auch zur wichtigen Ökologisierung beitragen können", so Umweltminister Josef Pröll heute anlässlich der Reaktivierung eines Seitenarmes in den Gemeinden Kundl und Radfeld in Tirol im Rahmen des „Masterplan Inn“.
Der Inn hat in den letzten Jahrzehnten bis Jahrhunderten große Flächen seiner ehemals ausgedehnten Auenlandschaften eingebüßt. Von etwa 1.600 Hektar Auen im Jahr 1855 sind nur noch rund 210 Hektar erhalten. Das ursprüngliche Artenspektrum von 31 Fischarten im Tiroler Inn ist heute im Wesentlichen auf die Äsche, die Bachforelle und die Regenbogenforelle beschränkt. Was am Inn in den nächsten Jahren geschehen soll, ist im so genannten "Masterplan Inn" zusammen gefasst. Die einzelnen darin enthaltenen Vorhaben wurden von der Abteilung Wasserwirtschaft und der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol in enger Abstimmung mit der Sektion Wasser des Lebensministeriums und den Projektpartnern ausgearbeitet.
Neben der Definition der Grundprinzipien und Projektsziele sowie der Projektorganisation enthält der Masterplan auch einen Katalog der konkret im Zeitraum 2008 bis 2010 umzusetzenden Projekte.
Landesrat Hannes Bodner freut sich, dass als erstes konkretes Projekt des „Masterplan Inn“ nunmehr die Innaue bei Radfeld neu gestaltet wird. Ein ehemals durchströmter Seitenarm wird wieder an den Hauptfluss angebunden und dadurch reaktiviert. „Die Tiroler Wasserwirtschaft bekennt sich dazu, dass auch Maßnahmen der Gewässerentwicklung, zu denen die Reaktivierung dieses Seitenarmes zählt, neben Maßnahmen des Schutzwasserbaus einen hohen Stellenwert zukommen. Aus diesem Grund habe ich auch zusätzliche Mittel des Landes Tirol für diese Maßnahme freigegeben“, so Bodner.
„Durch die Anbindung des Seitenarmes an das Abflussgeschehen des Inn, die Verwendung von ingenieurbiologischen Gestaltungsmaßnahmen und die Schaffung von Stillwasserbereichen kann eine wesentliche ökologische Verbesserung des Flussraumes und dessen Lebensgemeinschaften im Projektsabschnitt erreicht werden. Insbesondere wird bei der Gestaltung auf eine bestmögliche Erhaltung des bestehenden Auwaldbestandes geachtet“, erklärt Landesrätin Anna Hosp.
"Dies ist ein erster wichtiger Schritt in unserem gemeinsamen Vorhaben", betont auch Hermann Sonntag, WWF. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Weg auch in Zukunft konsequent weiter verfolgt wird". Sonntag bedankt sich auch bei den Sponsoren des Projektes ohne die die Realisierung nicht möglich gewesen wäre.
Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 169.500 € wobei die Finanzierung zu rund 50 Prozent von der Bundeswasserbauverwaltung im Rahmen des Inn-Erhaltungsprogrammes 2004-2006 getragen wird. Das Land Tirol stellt für das Maßnahmenpaket 30.000 Euro bei. Darüber hinaus unterstützen Sponsoren wie die Oesterreichische Nationalbank, die Firma Fröschl aus Kundl, das SPZ Zementwerk Eiberg sowie die Volksbank das Projekt.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Bericht: Klimaschäden bald nicht mehr versicherbar
Bericht zeigt großen Handlungsbedarf bei der Vorsorge gegen klimabedingte Schäden – WWF legt 4-Punkte-Plan gegen aufgehende Versicherungslücke vor
Hochseeabkommen tritt in Kraft: WWF sieht „historische Chance” für den Meeresschutz
Rund zwei Drittel der weltweiten Meeresoberfläche ab Samstag erstmals unter Schutz – WWF begrüßt das Abkommen und fordert lückenlose Umsetzung
Mehrwertsteuer-Senkung: WWF fordert Fokus auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
Bundesregierung sollte Steuern vor allem auf pflanzliche Lebensmittel senken – Etwaige Subventionierung des Fleischabsatzes wäre klimaschädlich und gesundheitspolitisch falsch
Neue UBA-Prognose: WWF fordert Sofortprogramm zum Erreichen der Klimaziele
Österreich droht Klimaziele zu verfehlen, Strafzahlungen in Milliardenhöhe möglich – WWF fordert Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie Natur- und Bodenschutz-Offensive
Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren
Störungen in der kalten Jahreszeit gefährden heimische Arten – WWF ruft zu rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf
Kaunertal-Kraftwerk: Tiwag verweigert Auskünfte zu möglichen Sicherheitsrisiken
WWF-Informationsfreiheits-Anfrage nur lückenhaft bis gar nicht beantwortet: Landesenergiekonzern will Gefahrenberichte, Flutwellen-Szenarien und Hangrutsch-Monitoring im Kaunertal geheim halten
Jahreswechsel 2026: WWF richtet Naturschutz-Appell an Landeshauptmann Mattle
26 gute Vorsätze für die Landesregierung veröffentlicht: Krisensicherheit mit natürlichen Schutzmaßnahmen erhöhen, Bodenversiegelung eindämmen, Energiewende ohne Kaunertal-Ausbau umsetzen
Artenschutz-Bilanz: WWF kürt die Gewinner und Verlierer des Tierreichs 2025
Naturzerstörung, Wilderei und Klimakrise gefährden zahllose Tierarten – WWF zieht gemischte Bilanz und fordert Naturschutz-Offensive – Lichtblicke dank erfolgreicher Artenschutz-Projekte













